TU Clausthal ehrt ihre Absolventen mit Diamant-Diplomen
Anlässlich des 60. Diplomjubiläums ist der Abschlussjahrgang der Hochschule von 1966 ausgezeichnet worden.
Beginnen wir mit einer kleinen Zeitreise ins Jahr 1966: Im Sport fiel das legendäre Wembley-Tor, in der Musik gewann Udo Jürgens mit „Merci, Chérie“ den Eurovision Song Contest, und in der Technik entwickelte der deutsch-amerikanische Informatiker Joseph Weizenbaum am MIT das Programm ELIZA, einen frühen Vorläufer heutiger Chatbots. Insgesamt 22 Absolventen, die in jener Zeit ihren Abschluss an der TU Clausthal gemacht haben, ist nun – 60 Jahre später – das Diamant-Diplom überreicht worden.
Zur Feier in der Aula Academica begrüßte Prof. Thomas Ulrich, Vizepräsident für Internationales und Chancengleichheit, rund 50 Gäste. Viele der Jubilare hatten ihre Partnerinnen bzw. Familienmitglieder mitgebracht. Einer von ihnen, Dr. Martin Scholl, war für den Festakt eigens aus Österreich angereist. „Es ist mir eine große Ehre, Sie alle heute hier willkommen zu heißen“, sagte Prof. Ulrich. „Sie haben sich in Clausthal nicht nur Wissen angeeignet, sondern Freundschaften fürs Leben geschlossen und sind ihrer Universität immer eng verbunden geblieben.“
Auch in den 1960er-Jahren befand sich die Uni im Transformationsprozess
Befindet sich die Technische Universität Clausthal heute mitten in einem Transformationsprozess, so vollzog sich auch in der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre ein Umbruch: Ausgelöst durch die Krise in der Montanindustrie erweiterte die Bergakademie Clausthal ihr Fächerspektrum und nannte sich 1966 bereits Technische Hochschule. Zwei Jahre später folgte die Umbenennung in Technische Universität. Diese Zusammenhänge erläuterte Paul Steingröver vom AStA in seinem Grußwort. Seitens des Vereins von Freunden, der die Veranstaltung erneut finanziell unterstützte, überbrachte Dr. Bernd Langanke herzliche Glückwünsche.
Als Clausthaler Absolvent von 1966 hielt Prof. Friedrich Wilhelm Wellmer, Präsident a. D. der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, die Jahrgangsrede. „Die TU Clausthal ist eine Rohstoffuniversität“, sagte der 86-Jährige. Nach seinen Worten ergibt sich daraus folgende Herausforderung für die Zukunft: Ziel der Universität müsse es sein, der Vielfalt von Elementkombinationen, die es heute z.B. bei Mikrochips gibt, mit geeigneten Recyclingverfahren möglichst schnell zu folgen, um eine Circular Economy zu erreichen. Wie es um die aktuelle Forschung der Metallurgie und Werkstoffumformung bestellt ist, erläuterte Prof. Johannes Buhl (Institut für Metallurgie) danach im Festvortrag.
Absolventen schwelgen in Erinnerungen an ihre Studienzeit
Die anschließende Übergabe der Urkunden bereicherten viele Absolventen mit Erinnerungen aus der Studienzeit: „Wenn im Stadtbild eine Traube von Studenten zu sehen war, dann stand mittendrin garantiert eine Studentin!“ Ein anderer Jubilar erwähnte: „Ich habe in Clausthal gelernt, Bergwerke zu entwickeln, sie zu leiten, sie irgendwann stillzulegen und ganz zum Schluss ein Museum daraus zu machen.“ Auch die Flexibilität der Hochschule wurde gewürdigt: „Ich habe meine mündliche Prüfung in einer Klinik im Südharz abgelegt. Der Professor war dort zur Kur und hatte mich dorthin einbestellt.“
Nach dem offiziellen Festakt, der von Andrea Langhorst vom Alumnimanagement organisiert und von TU-Student Hosea Simanjuntak am Flügel musikalisch umrahmt worden war, tauschten sich die Jubilare beim Sektempfang mit Imbiss aus. Sie hatten sich viel zu erzählen und schwelgten noch lange in Erinnerungen.
Kontakt:
TU Clausthal
Pressesprecher
Christian Ernst
Telefon: +49 5323 72-3904
E-Mail: christian.ernst@tu-clausthal.de
Udo Jäkel (links), Clausthaler Absolvent von 1966, wird von TU-Vizepräsident Prof. Thomas Ulrich nach Erinnerungen an die Studienzeit befragt. Bei der Übergabe der Diamant-Diplome in der Aula Academica hielt Prof. Johannes Buhl (Institut für Metallurgie) den Festvortrag. Fotos: Christian Ernst