Rekordbeteiligung bei Jugend forscht 2026: Maximale Perspektive
Zwölf junge MINT-Talente haben sich beim Landeswettbewerb für das Bundesfinale qualifiziert. Die Begeisterung für Wissenschaft und Technik wächst von Jahr zu Jahr.
Die TU Clausthal war zum 46. Mal Gastgeberin des Landeswettbewerbs von „Jugend forscht“, dem renommiertesten Nachwuchswettbewerb in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT). Die Ausrichtung des Wettbewerbs wurde maßgeblich durch die Unterstützung des Vereins von Freunden und der Stiftung Stahlwerk Georgsmarienhütte ermöglicht.
Für das niedersächsische Landesfinale hatten sich im Vorfeld auf Regionalebene 38 Projekte qualifiziert. 31 Jurorinnen und Juroren – darunter zehn Mitarbeitende der TU Clausthal – aus Wirtschaft, Wissenschaft und Schule bewerteten die spannenden Arbeiten der Nachwuchsforschenden. In der Aula Academica präsentierten 57 Jugendliche zwischen 14 und 19 Jahren ihre Forschungsprojekte.
„Dieser Wettbewerb ist ein Gipfeltreffen für alle, die ihre Neugier nicht bremsen können und ihr Talent lieber in Reagenzgläser als in Schubladen stecken. Die TU Clausthal ist stolz, eure Bühne für Innovation und Entdeckergeist zu sein“, eröffnete Universitätspräsidentin Dr.-Ing. Sylvia Schattauer die Feierstunde. Vor rund 200 Gästen wurden die neun Siegerprojekte ausgezeichnet sowie eine Vielzahl an Sonderpreisen und Praktika verliehen.
Jugend forscht beliebter denn je
„Die Schulen schaffen immer mehr Freiraum, sich auszuprobieren. Der Unterricht wird bereits ab der Mittelstufe projektorientierter gestaltet“, erklärte Daniel Osewold, Wettbewerbsleiter Jugend forscht Niedersachsen. Dieser Trend zeigt sich auch beim Landeswettbewerb.
Auf der Landesebene haben rund 1.300 Schülerinnen und Schülern mit über 700 Projekten teilgenommen: Ein Zuwachs von 20 Prozent. „Das sind ermutigende Zahlen und ein deutliches Zeichen dafür, dass wir in Niedersachsen ein großartiges Potenzial haben“, lobte Stephan Ertner, Staatssekretär im Kultusministerium des Landes Niedersachsen.
Zwei Forschungsfelder stehen bei den Jugendlichen besonders im Fokus: Einerseits beschäftigen sie sich seit Jahren mit den Themen Nachhaltigkeit, Recycling und Klimawandel. Andererseits zeigt sich seit Kurzem ein wachsendes Interesse an Projekten, die den Menschen konkret unterstützen – viele Wettbewerbsbeiträge suchen Wege, das Leben zu verbessern.
Vom Tragflächenaufsatz bis zur Überwachung waldbrandgefährdeter Gebiete
Technik-Landessiegerin Claudia Gaida (16) vom Gymnasium Schillerschule Hannover entwickelte ein verstellbares Winglet für den Airbus A320neo. Dieser Aufsatz am Ende der Tragflächen kann seine Form je nach Flugbedingungen automatisch anpassen, verringert so den Luftwiderstand und senkt messbar den Treibstoffverbrauch. Die Jury hob insbesondere ihre herausragende Methodenkompetenz hervor.
Jamila-Cate Tran (19) setzte sich im Fachgebiet Biologie durch. An der Medizinischen Hochschule Hannover untersuchte sie, ob sogenannte SGLT-2-Hemmer, ursprünglich zur Behandlung von Diabetes entwickelt, auch bei nierentransplantierten Patientinnen und Patienten ohne Diabetes das Risiko für Nieren- und Herz-Kreislauf Komplikationen sowie die Sterblichkeit senken können. Die Jury zeigte sich beeindruckt von der Präzision ihrer statistischen Analysen.
Im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften überzeugten Joris Parthier (18) und Karl Parthier (18) vom Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium Hannover mit FIRENET. Sie entwickelten ein KI-basiertes System, das mittels Verknüpfung historischer und aktueller Daten besonders brandgefährdete Waldgebiete identifiziert und diese durch mobile Einheiten gezielt überwacht. Die Jury lobte die hohe Aktualität und gesellschaftliche Relevanz des Projekts.
Einmalige Atmosphäre an der TU Clausthal
„Die TU Clausthal bietet eine einmalige Atmosphäre: Hier sind die Jugendlichen zu einer großen Gemeinschaft zusammengewachsen“, berichtete Osewold. „Im Wettbewerb finden Schülerinnen und Schüler sehr schnell Gleichgesinnte mit ähnlichen Interessen“, betonte auch die Patenbeauftragte Maria Schütte (TU Clausthal).
„Die wertvollsten Rohstoffe, die wir heute entdecken können, sind längst nicht mehr Silber und Erz, sondern eure Neugier, eure Kreativität, euer Mut, Fragen zu stellen“, brachte Line Kippes (Stiftung Jugend forscht) die Bedeutung des Wettbewerbs auf den Punkt.
Für die Siegerinnen und Sieger geht es vom 28. bis 31. Mai zum 61. Bundesfinale nach Herzogenaurach. Dort treffen die besten Talente aus ganz Deutschland in den sieben Jugend forscht-Fachgebieten aufeinander. Die TU Clausthal wünscht viel Erfolg!
Vollständige Liste der Siegerprojekte
Arbeitswelt: Götz Anft (Gymnasium am Kattenberge, Buchholz)
Biologie: Ben Schüler, Jonas Knaup (Medizinische Hochschule, Hannover)
Jamila-Cate Tran (Medizinische Hochschule, Hannover)
Chemie: Paula Schoe (Gymnasium Marianum, Meppen)
Geo- und Raumwissenschaften: Joris Parthier, Karl Parthier (Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium, Hannover)
Mathematik/Informatik: Erasmus von Platen (Gymnasium Schillerschule, Hannover)
Physik: Dominik Kultys, Oleksandra Kompanets (Hoffmann-von-Fallersleben-Schule, Braunschweig)
Technik: Claudia Gaida (Gymnasium Schillerschule, Hannover)
Bestes interdisziplinäres Projekt: Mark-Daniel Leupold (Gymnasium Eichendorffschule, Wolfsburg)
Kontakt:
TU Clausthal
Vanessa Jakubus
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