Mehr Digitalisierung im Labor: Förderung für Chemie-Studiengänge
Dank dem Fonds der Chemischen Industrie können Machine Learning und moderne Datenanalyse in die Masterprogramme integriert werden.
Das Institut für Technische Chemie der TU Clausthal wird durch den Fonds der Chemischen Industrie (FCI) dabei unterstützt, Machine-Learning-Methoden und moderne Datenanalyse in die universitäre Ausbildung zu integrieren. Die bewilligten Mittel werden vor allem zur Beschaffung von Server-Hardware genutzt, um eine leistungsfähige Infrastruktur für datenintensive Lehrformate aufzubauen. Diese kann insbesondere von den Studierenden der Masterstudiengängen Chemie und Wirtschaftschemie genutzt werden.
Die TU Clausthal ist eine von 23 Hochschulen und Universitäten, die vom FCI mit insgesamt 1,6 Millionen Euro gefördert werden. „Die ausgewählten Projekte überzeugen durch innovative Lehrkonzepte. Sie sind vielfältig, qualitativ stark und zeigen, wie sehr sich die Anforderungen im Chemiestudium verändern“, so FCI-Geschäftsführerin Ulrike Zimmer.
Data Science im Chemiestudium fest verankert
„Wir freuen uns sehr über die Unterstützung des Fonds der Chemischen Industrie, weil sie direkt unseren Studierenden zugutekommt“, betont Universitätspräsidentin Dr.-Ing. Sylvia Schattauer. „Kompetenzen in Data Science und Künstlicher Intelligenz sind heute unverzichtbare Bausteine einer zeitgemäßen Chemie-Ausbildung. Gleichzeitig flankiert die Förderung hervorragend den Aufbau unseres Chemie Campus Clausthal: Hier entsteht eine hochmoderne Lehr- und Forschungsumgebung mit einem Praktikumsgebäude, in dem wir digitale Methoden, nachhaltige Prozesse und exzellente Ausbildung unmittelbar miteinander verbinden.“
Die KI-Kompetenzen werden systematisch in die Lehre der Technischen Chemie für die Studiengänge Chemie und Wirtschaftschemie integriert. Nach dem Vermitteln grundlegender Kenntnisse zu Machine-Learning-Methoden wenden die Studierenden diese in praktischen Übungen auf konkrete Problemstellungen aus der Polymerchemie an. Dieses Anwendungsfeld ist besonders anschaulich, da die Polymerstruktur – und damit die Eigenschaften des hergestellten Polymers – maßgeblich durch den Syntheseprozess bestimmt werden.
Der Einsatz von KI-Methoden eröffnet hier neue Möglichkeiten: So kann etwa die Herstellung maßgeschneiderter Polymere optimiert werden, während gleichzeitig Produktionsabfälle, insbesondere sogenanntes Off-Spec-Material, reduziert werden. „Auf diese Weise leisten die neuen Lehrangebote nicht nur einen Beitrag zur Qualifizierung der Studierenden im Bereich Data Science und KI, sondern unterstützen auch die Entwicklung ressourceneffizienter und nachhaltiger Produktionsprozesse“, sagt Prof. Sabine Beuermann, Institut für Technische Chemie.
KI-Integration im Wintersemester geplant
Die Umsetzung der geförderten Maßnahmen startet zum kommenden Wintersemester in den Pflicht- und Wahlpflichtpraktika der Technischen Chemie in den Masterstudiengängen Chemie und Wirtschaftschemie. Dabei lernen die Studierenden moderne Werkzeuge der Datenanalyse kennen und erwerben Kompetenzen, die sie direkt in Forschung und Industrie einsetzen können.
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