Konzepte für Energieparks im ländlichen Raum
Das Verbundprojekt „INITIAL“ koppelt Wind, Sonne und Wasserstoff vor Ort und soll ländliche Unternehmen im Wettbewerb stärken.
Wie lassen sich ländliche Industriestandorte zuverlässig mit Strom, Wärme und Wasserstoff versorgen, ohne auf den überregionalen Netzausbau zu warten? Dieser Frage geht das neue Verbundprojekt „INITIAL“ nach. Vier niedersächsische Hochschulen entwickeln dafür unter Federführung des Forschungszentrums Energiespeichertechnologien der TU Clausthal gemeinsam mit Praxispartnern Konzepte für dezentrale Energieparks. Das Projekt, das bis Ende 2028 läuft, hat ein Volumen von rund 2,3 Millionen Euro und wird zu 80 Prozent aus EFRE-Mitteln und vom Land Niedersachsen gefördert.
Auch Akzeptanz der regionalen Bevölkerung wichtig
INITIAL steht für „Integrierte Energieparkkonzepte für den ländlichen Raum“. Anlass für das Projekt sind Wettbewerbsnachteile, die Industrieunternehmen im ländlichen Raum gegenüber Standorten in Ballungszentren haben, weil sie vom überregionalen Netzausbau für erneuerbare Energien und Wasserstoff kaum profitieren. Die geplanten lokalen Energieparks sollen weitgehend unabhängig von übergeordneten Netzinfrastrukturen funktionieren, indem sie Technologien wie Windkraft oder Solaranlagen, Batteriespeicher, Wärmepumpen und Elektrolyseure intelligent koppeln. Auch das energetische Gesamtsystem in Deutschland würde so stabilisiert. Neben Fragen zur technischen und wirtschaftlichen Konzeption und Optimierung geht es in dem Projekt um die Teilhabe und Akzeptanz der regionalen Bevölkerung.
„INITIAL steht beispielhaft für das, was die TU Clausthal auszeichnet: Wir verbinden Forschung zu Energiewende und Circular Economy mit dem Anspruch, dass Wissen schnell in die Praxis kommt. In diesem Fall werden Strom, Wärme und Wasserstoff vor Ort gekoppelt und intelligent genutzt. Solche nachhaltigen Energieparks für ländliche Industriestandorte stärken die Region und können über Niedersachsen hinaus ein Vorbild sein“, sagt Universitätspräsidentin Dr.-Ing. Sylvia Schattauer.
Mehr als eine Million Euro direkt für die TU Clausthal
Nach dem offiziellen Projektstart im Sommer hat sich das Projektkonsortium im Oktober erstmalig in Präsenz auf dem EnergieCampus in Goslar getroffen. „Die Entwicklung zukunftsfähiger sektorengekoppelter Energieparks ist keine rein technische Aufgabe. Entscheidend ist, technische Lösungen mit ökonomischen Rahmenbedingungen und gesellschaftlichen Anforderungen zusammenzudenken. Genau diese interdisziplinäre Perspektive bringt unser Konsortium zusammen und ermöglicht uns, tragfähige, sinnvolle Konzepte zu entwickeln“, sagt Prof. Ines Hauer. Die Clausthaler Wissenschaftlerin, die ihre Expertise im Bereich der elektrischen Netze einbringt, koordiniert das Projekt. Von der gesamten Fördersumme entfallen 1,05 Millionen Euro auf die TU Clausthal.
Komplettiert wird die Beteiligung der Harzer Universität durch die Arbeitsgruppen von Prof. Thomas Turek und Dr.-Ing. Marina Becker (Elektrochemische Verfahrenstechnik), von Prof. Michael Olbricht (Nachhaltige Thermische Energieversorgung) sowie von Prof. Andreas Reinhard (Energieinformatik). Zudem sind die Arbeitsgruppen von Prof. Tobias Wietler (Festkörperphysik, Leibniz Universität Hannover), Prof. Alexandra Engel (Soziale Arbeit, HAWK Hildesheim/Holzminden/Göttingen) sowie Prof. Tim Wawer (Energiewirtschaft, Hochschule Osnabrück) an dem Verbund beteiligt. Als externe Kooperationspartner aus der Praxis bringen sich die Landwind-Gruppe aus Gevensleben, die Stadtwerke Clausthal-Zellerfeld und die Ameno GmbH aus Bad Harzburg ein.
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