Zum Hauptinhalt springen

Bayerischer Staatspreis für Clausthaler Kooperationsprojekt

Hohe Auszeichnung für innovative Bassgitarre „Spock“, die Gerald Marleaux mit Forschenden der TU Clausthal aus Naturfasern entwickelt hat

Eine Neuerung aus dem Harz hat die Jury der Internationalen Handwerksmesse in München überzeugt. Der Spock-Bass erhielt Mitte März den Bayerischen Staatspreis 2026, eine der renommiertesten Auszeichnungen für handwerkliche Innovation in Deutschland. 

Auf den ersten Blick ist der „Spock“ eine Bassgitarre wie viele andere: ein solider Korpus, Saiten, Hals und Elektronik. Wer sich jedoch näher damit beschäftigt, entdeckt die Mischung aus traditionellem Handwerk und wissenschaftlicher Forschung, die dieses Instrument so besonders macht. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Polymerwerkstoffe und Kunststofftechnik (PuK) der TU Clausthal war es dem Instrumentenhersteller Gerald Marleaux aus Clausthal-Zellerfeld erstmals gelungen, Naturfaserverbundwerkstoffe für den Bau eines E-Basses zu verwenden. 

Ressourcenschonende Herstellung, innovatives Design

Konkret werden bei den Spock-Bässen ausgesuchte Naturfasern zusammen mit Epoxidharz durch Vakuum infundiert. Dabei werden die neuartigen Instrumente nicht nur ressourcenschonend hergestellt, sondern überzeugen auch mit ihrem Klang, ihrer Leichtigkeit und einem hohen Maß an Individualität. Die Kundschaft kann sich das Design selbst aussuchen. Einen „Paukenschlag in der Instrumentenbau-Szene“, nennt Marleaux diese Technik. Auch die Jury der Messe lobte die gelungene Verbindung aus traditioneller Handwerkskunst, innovativem Design und technischer Forschung. „Ein ganz tolles Produkt: Vom hervorragenden Klang und Design des Spock-Basses konnten sich im vergangenen Jahr beim Festakt zum 250-jährigen Jubiläum unserer Universität bereits Hunderte Gäste überzeugen“, freut sich Clausthals Universitätspräsidentin Dr.-Ing. Sylvia Schattauer über die Würdigung.  

Der Bayerische Staatspreis wird seit 1952 anlässlich der Internationalen Handwerksmesse in den Bereichen Gestaltung und Technik verliehen. Wer sich in München auf dem Stand des Bundeswirtschaftsministeriums präsentieren wollte, musste sich – wie das Clausthaler Kooperationsprojekt – auch für den Staatspreis bewerben. Dass dies gleich zu dem mit 5000 Euro dotierten Preis im Bereich Technik führen würde, kam einerseits überraschend. „Andererseits bestätigt es unseren Anspruch, hochwertige Instrumente zu bauen und gleichzeitig neue Wege im Instrumentenbau zu gehen. Die Zusammenarbeit mit der TU Clausthal hat dabei entscheidende Impulse geliefert“, betonte Marleaux. Der Instrumentenbauer freute sich auch über Prominenz auf dem Stand des Bundesministeriums. So schauten Bundeskanzler Friedrich Merz und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kurz bei den Musikinstrumenten aus dem Oberharz vorbei. 

Drei Forschende der TU Clausthal bringen sich ein

Für das Bassgitarrenprojekt ist es nicht die erste Auszeichnung. Im vergangenen Jahr gewannen die Partner TU Clausthal und Marleaux gemeinsam den Technologietransferpreis der Industrie- und Handelskammer (IHK) Braunschweig. Seitens des TU-Instituts bringen sich Dr. Leif Steuernagel, Fabian Hartkopf und Carrie Schulz in das innovative Vorhaben ein.

Die Universität gratuliert allen Beteiligten ganz herzlich zum Gewinn des Bayerischen Staatspreises. 

Weitere Informationen 

Kontakt
TU Clausthal
Stabsstelle Presse, Kommunikation und Marketing
E-Mail: presse@tu-clausthal.de 

Zurück

Gerald Marleaux aus Clausthal-Zellerfeld (rechts) erhält den Preis von Tobias Gotthardt, Staatssekretär im Bayerischen Wirtschaftsministerium. Zum Team, welches den E-Bass Spock entwickelt hat, zählen auch Forschende der TU Clausthal (Bild unten), hier bei der Verleihung des IHK-Technologietransferpreises im vergangenen Jahr. Fotos: StMWi, Sofia Dell'Aquila