Sonderforschungsbereich „Fertigen in Feinblech“ abgeschlossen und mit „sehr erfolgreich“ begutachtet

Die Forschungsförderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFB) würdigte den abgeschlossenen Sonderforschungsbereich "Fertigen in Feinblech", der unter dem Kürzel "SFB 362" geführt wurde, als "wissenschaftlich sehr erfolgreich" und vorbildlich in der Entwicklung neuer Arbeitsweisen und Technologien zur Erzielung funktionaler Produkteigenschaften. Der 1993 gestartete SFB 362 wurde von Beginn an in Kooperation der Universitäten Clausthal und Hannover durchgeführt. Sprecher des SFBs war bis Feb. 2002 Herr Prof. Draugelates, danach stand er unter der Leitung von Professor Palkowski.

In der gutachterlichen Stellungnahme der DFG wurde noch einmal auf die Randbedingungen zum Anlaufzeitpunkt des SFBs hingewiesen: Der industriellen Verwendung von Feinblechen wurde ein hohes Anwendungspotenzial prognostiziert, das allerdings nur dann nutzbar gemacht werden könne wenn es gelänge, durch eine ganzheitliche Betrachtungsweise - von der Konstruktion über die Werkstofftechnik zur Fertigungstechnik bis hin zum fertigen Produkt - die kritischen Faktoren der Prozesse zu beherrschen und neuartige Verfahren anzuwenden. Zur Beherrschung dieser Faktoren sind grundlagenbasierte Kenntnisse und Daten. In der heutigen Zeit sind Feinbleche weit verbreitet und haben zur Erschließung neuer Konstruktions- und Bauweisen, sowie zu einer weitgehend beherrschten Fertigungstechnik beigetragen. Nicht zuletzt durch die Arbeiten des SBF 362 entstand praktikables Wissen als Voraussetzung für die breite Anwendung. Darüber hinaus dienen die im Sonderforschungsbereich durchgeführten Entwicklungen und erzielten Ergebnisse von und mit Simulationssystemen als Vorbild für zahlreiche aktuelle Forschungen.

Auch das Aufgreifen und die Weiterentwicklung bekannter Technologien wurde als wesentliches positives Element identifiziert. Dazu zählen unter anderem Fügetechnologien wie Elektronenstrahltechnik und die Lasertechnik, wobei gerade die letztere im Bereich der Fertigung von Feinblechen eine große Wirkung auf die wirtschaftliche Entwicklung der deutschen Fertigungstechnik gehabt hat und dadurch zur international führenden Position im Weltmarkt hat beitragen können.

Das Ziel des Sonderforschungsbereiches wurde nach Ansicht der Gutachter in vollem Maße erreicht. Als ausgesprochen positiv wurde in diesem Zusammenhang "... die Entwicklung und Einführung von Simultaneous-Engineering-Methoden, die simulationsgestützte Auslegung der komplexen Prozesse und Systeme sowie insbesondere auch die Steigerung der Qualitäts- und Prozesssicherheit, die durch Anwendung und Weiterentwicklung statistischer Versuchsmethoden..." erachtet. Zudem hat sich " ausgesprochen positiv ausgewirkt die Struktur und thematische Ausrichtung der Arbeitsgruppen, die ausgezeichnet auf die Kernproblemfelder ... ausgerichtet waren." Zudem gelang es dem SFB, "eine überzeugende und ertragreiche Abstimmung zwischen den Beteiligten an beiden Standorten Clausthal und Hannover zu erreichen". Die Leistungen in der Nachwuchsförderung haben insgesamt sehr überzeugt.

In den Teilprojekten wurden "insgesamt international sehr beachtete Ergebnisse erarbeitet, die im Ergebnisbericht durchgängig in angemessener Weise dargelegt sind. Davon zeugt auch die beachtliche Liste der Veröffentlichungen in i.A. hochrangigen Fachzeitschriften."

Die Zustimmung der DFG zur Einrichtung eines neuen SFBs mit derselben Forschergruppe nach Abschluss des SFB 362 zeigt das Vertrauen, das in diese Gruppe gesetzt wird.

Der neue SFB 675 "Erzeugung hochfester metallischer Strukturen und Verbindungen durch gezieltes Einstellen lokaler Eigenschaften" hat seine Arbeit im Juli 2006 aufgenommen und bietet mit der gewählten Schwerpunktbildung die Chance, zu ähnlichen Erfolgen geführt zu werden.

Der Abschlussbericht zu dem Sonderforschungsbereich 362 kann zum Selbstkostenpreis von 55 Euro angefordert werden unter der email: werkstoffumformung@tu-clausthal.de.