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Nominiert für den Innovationspreis

Gleich zwei Projekte mit Beteiligung der TU Clausthal sind in der engeren Auswahl für die niedersächsische Auszeichnung.

Unter der Schirmherrschaft von Wirtschaftsminister Bernd Althusmann und Wissenschaftsminister Björn Thümler wird am 27. August erneut der Innovationspreis Niedersachsen verliehen. Gewürdigt werden herausragende Leistungen und Erfolgsgeschichten aus Niedersachsen in den Kategorien Vision, Kooperation und Wirtschaft. Insgesamt sind neun Projekte nominiert worden, darunter gleich zwei Vorhaben, an denen das Clausthaler Institut für Polymerwerkstoffe und Kunststofftechnik (PuK) in Zusammenarbeit mit dem Clausthaler Zentrum für Materialtechnik beteiligt ist.

Für den Bereich Kooperation ist das Gemeinschaftsprojekt „NanoMID“ nominiert worden, in dem Forschende aus dem PuK mit der MID Solutions GmbH (Bad Grund) zusammen arbeiten. Dabei entsteht eine Methode, mit der metallische Strukturen, speziell Leiterbahnen, auf beliebige Kunststoffoberflächen aufgebracht werden können. Die Oberflächen können hierbei sowohl eben sein, beispielsweise bei Leiterplatten, als auch dreidimensional wie in hochintegrierten Bauteilen. Mit der im Projekt entwickelten Technologie wird im Gegensatz zu etablierten Verfahren eine Materialeffizienz von nahezu 100 Prozent erreicht. Dies bedeutet einen großen Fortschritt in Hinblick auf Ressourceneffizienz und Umweltverträglichkeit. Anwendung kann die Technologie in den Bereichen Industrie 4.0, Automotive und Medizintechnik finden.

In der Kategorie Wirtschaft zählt das Clausthaler Institut ebenfalls zu den Nominierten. Um bestimmte Zellen kostengünstig aus einer menschlichen Vollblutprobe herauszufiltern, haben die Materialforscher der TU zusammen mit der Göttinger IBA GmbH eine Separationseinheit als Aufsatz für eine Spritze entwickelt. Diese Einweg-Zelltrenneinheit, hergestellt mittels Mikrospritzgusstechnik, beinhaltet ein sehr feines Membrangewebe, das die Trennmatrix auf Agarose-Basis (ein Mehrfachzucker) zurückhält, aber Blutzellen passieren lässt. Dadurch ist es möglich, die Zellen in hoher Reinheit, Qualität und Ausbeute zu erhalten. Gegenüber derzeit angewendeten Zelltrennverfahren kommt die neue Technologie, die kurz vor der Markteinführung steht, ohne den Einsatz von weiteren Reagenzien aus. Das Projekt verbindet moderne Life-Science-Anwendungen, innovative Bio- und Medizintechnik mit klassischer Ingenieurwissenschaft.

Der Innovationspreis Niedersachsen soll diejenigen ehren, die sich Innovation und Veränderung verschrieben haben – egal, ob sie mit der eigenen Idee die Welt verändern, mit der passenden Kooperation und Teamarbeit den Durchbruch schaffen oder neue Wege in Produktion und Dienstleistung einschlagen. Die Siegerprojekte der drei Kategorien erhalten jeweils 20.000 Euro. In jeder der Kategorien sind drei Projekte nominiert worden, sie erhalten alle einen Imagefilm und werden bei der Preisverleihung am 27. August in Hannover vorgestellt.

Weitere Informationen

 

Kontakt:
TU Clausthal
Pressesprecher
Christian Ernst
Telefon: +49 5323 72-3904
E-Mail: christian.ernst@tu-clausthal.de

Dank Hightech-Forschung im Reinraum konnte die neue Separationseinheit mit Mikrospritzgusstechnik hergestellt werden. Foto: Kreutzmann