Clausthaler Forschung beispielgebend

Mit der „Landesstrategie Biologisierung“ hat die Landesregierung Maßnahmen zur Unterstützung der biologischen Transformation vorgelegt – als positives Beispiel wird ein CUTEC-Projekt genannt.

Mit Blick auf globale Herausforderungen wie Klimawandel, Rückgang der Artenvielfalt und Anwachsen der Weltbevölkerung ist eine der drängendsten Fragen: Wie können wir einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Ernährungs- und Ressourcensicherheit leisten? Eine Antwort gemäß Pressemitteilung der niedersächsischen Staatskanzlei vom 7. Juni lautet: durch Biologisierung. Gemeint ist der Wandel hin zu einer umfassenden, nachhaltigen und klimaneutralen Wirtschaftsform, der die Gesellschaft grundlegend ändern wird. Es gehe darum, den Konflikt zwischen einer prosperierenden Wirtschaft und Wohlstand einerseits und Nachhaltigkeit und Umweltschutz andererseits durch Innovationen zu mildern.

Die „Landesstrategie Biologisierung“ ist von den Ministerien für Wirtschaft, Landwirtschaft, Umwelt und Wissenschaft gemeinsam erarbeitet worden. Um einen Einblick in das vielfältige Anwendungsspektrum von Technologien in der Biologisierung zu bekommen, werden vier positive Beispiele vorgestellt. Darunter das Forschungsverbundvorhaben Demo-BioBZ, in dem es um nachhaltiges Wassermanagement geht. Im Fokus steht die bio-elektrochemische Brennstoffzelle (BioBZ) als Baustein einer energieerzeugenden Abwasserbehandlungsanlage. Der Einsatz dieser Brennstoffzellen eröffnet eine neue Möglichkeit, gelöste organische Inhaltsstoffe abzubauen und gleichzeitig Strom oder Wasserstoff zu gewinnen. „Damit könnte die BioBZ einen wesentlichen Beitrag zur Wandlung kommunaler Abwasserbehandlungsanlagen in Energie liefernde Anlagen leisten“, so die Staatskanzlei in ihrer Mitteilung. Koordiniert wird das Vorhaben am Clausthaler Umwelttechnik Forschungszentrum (CUTEC) der TU Clausthal von Prof. Michael Sievers. Das Vorgängerprojekt erhielt 2018 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis.  

Kernstück der Biologisierungsstrategie ist ein Paket, das in neun Handlungsfeldern 42 sowohl bereits laufende als auch neue Maßnahmen umfasst. Es basiert auf einer Vielzahl von Empfehlungen, die aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft formuliert wurden. Ausgangspunkt sind die Stärken Niedersachsens auf den Gebieten „Agrar- und Ernährungswirtschaft“, „Rote Biotechnologie und Medizintechnik“ sowie „Materialwissenschaft und Prozesstechnik“. Zu den Handlungsfeldern zählen etwa „Stärkung von Forschung und Lehre“, „Impulse für Innovationen“, „Unterstützung von KMU auf dem Weg in die biologische Transformation“ und „Förderung der Digitalisierung entlang der gesamten Wertschöpfungskette“.

Umweltminister Olaf Lies erläuterte die Hintergründe und bezog dabei auch das Leitthema der TU Clausthal, die Circular Economy (ressourceneffiziente Kreislaufwirtschaft), mit ein: „Angesichts des Klimawandels und seiner Folgen stehen wir vor gewaltigen Herausforderungen. Die biologische Transformation unserer Wirtschaft ist gemeinsam mit der Energiewende dabei sicher kein leichter Weg, aber sie bietet enorme Chancen. So wird uns gerade sehr drastisch vor Augen geführt, wie wichtig die größtmögliche Unabhängigkeit von fossilen Rohstoffen ist. Daher werden wir als Land den Weg unserer Unternehmen hin zu einer größeren Anwendung von der Natur inspirierten Prinzipien, Materialien und Strukturen aktiv begleiten. Das kann uns nur gelingen, wenn wir auf dem Weg hin in die Bioökonomie unsere Anstrengungen verstärken, die uns gegebenen Ressourcen zu schonen, die Kreislaufwirtschaft weiter auszubauen und so einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten.“

Weitere Informationen zu Demo-BioBZ

Kontakt:
TU Clausthal
Presse, Kommunikation und Marketing
Telefon: +49 5323 72-3904
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Das Projekt BioBZ steht weiter im Fokus. 2018 gewann die TU Clausthal – in der Bildmitte Prof. Michael Sievers – damit den Deutschen Nachhaltigkeitspreis, nun ist es Bestandteil der neuen Landesstrategie Biologisierung. Foto: Ernst