Zukunftstalk zur kostbaren Ressource Wasser

Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs diskutiert mit Clausthaler Forschenden über intelligentes Wassermanagement in Zeiten des Klimawandels. Vor 120 Gästen in der Aula kommt das gut an.

Die Aula Academica der TU Clausthal sieht aus, wie ein großes Fernsehstudio: ein halbes Dutzend Bildschirme, zahlreiche Kameras, Regieanweisungen und zu Beginn ein Technikcheck. Wissenschaftsminister Falko Mohrs hat zum 2. Zukunftstalk geladen, ein hybrides Format, das sowohl vor Publikum als auch im Livestream ausgestrahlt wird. Thema an diesem Juni-Abend: „Die Folgen des Klimawandels: Wie die Wissenschaft mit einem intelligenten Wassermanagement helfen kann.“

Darüber diskutiert der Minister mit drei Clausthaler Forschenden. Souverän moderiert wird das kurzweilige Event, in das sich das Publikum vor Ort und im Livestream mit Fragen einbringen kann, von Prof. Heike Schenk-Mathes, der geschäftsführenden Präsidentin der TU Clausthal. Zum Auftakt bittet sie alle vier Podiumsteilnehmenden um ein kurzes Statement.

Minister Mohrs: Das Thema ist hochaktuell

Das Thema ist hochaktuell, betont der Minister. Er verweist auf den sogenannten Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung, der gerade ganz Niedersachsen auf die höchste Dürre-Warnstufe gesetzt hat. Verschiedene Landkreise und Kommunen schränken aufgrund von Trockenheit und niedriger Grundwasserstände bereits die Wasserentnahme ein. „Wir müssen umdenken beim Umgang mit Risiken und unseren wertvollsten Ressourcen“, sagt Mohrs und plädiert für intelligentes Wassermanagement.

Prof. Daniel Goldmann, Fachgebiet Rohstoffaufbereitung und Recycling sowie TU-Vizepräsident für Forschung, Transfer und Transformation, sieht es ähnlich: „Intelligentes Management der Ressource Wasser, sparsamerer Umgang damit und Kreislaufführung sind integraler Bestandteil der Circular Economy, für die die TU Clausthal steht. Um Abwasseraufbereitung und Kreislaufführung im privaten und industriellen Bereich weiterzuentwickeln, sind vielfältige technologische Ansätze erforderlich, die an der TU Clausthal erforscht und entwickelt werden.“ Zum Beispiel? „Wassereinsparung in der Produktion und im Recycling, moderne Industrieabwassertechnik und das Schaffen von Speicherkapazitäten für Wasser sind Maßnahmen der Vorsorge für kommende Generationen“, so Goldmann.

Ebenfalls auf dem Podium sitzt Mareike Bothe-Fiekert, M.Sc., die am Institut für Bergbau das Projekt „Wasserspeicher Harz 2050“ koordiniert. Ihre Botschaft: „Der Harz ist ein wertvoller Wasserturm mit erheblichem Potenzial für die Region und ganz Niedersachsen. Dank der Topografie und industriellen Struktur bieten sich Möglichkeiten, sowohl effizientere Wasserspeicher zu schaffen als auch gleichzeitig Energie zu erzeugen. Allerdings ist auch der Harz von Klimaänderungen betroffen und es bedarf neuer adaptiver Managementstrategien, um sowohl plötzliche Wassermassen zu regulieren und Überflutungen zu vermeiden als auch eine ausreichende Versorgung während Trockenperioden sicherzustellen.“

Auch KI-Methoden und die digitale Transformation können Lösungen aufzeigen

Prof. Andreas Rausch, Experte für Software Systems Engineering, beleuchtet das Thema aus Sicht der Digitalisierung: „Durch Klimaveränderungen werden häufiger Extremereignisse auftreten, z.B. Starkregen, Trockenperioden oder Waldbrände. Etablierte Modelle zur Vorhersage dieser Ereignisse, Management und Regelung der Wasserversorgung sowie Ansätze zur Eindämmung von Krisen müssen daher angepasst werden. Methoden der KI und die digitale Transformation sind Ansätze, die sich selbstständig an Veränderungen adaptieren und vielversprechende Lösungswege aufzeigen.“ So könnten durch das digitale Erfassen von Informationen präventive Eindämmungsmaßnahmen frühzeitig gestartet werden, beispielsweise wenn ein Hochwasser in der Stadt Goslar bevorstehen würde. 

 „Die TU Clausthal steht im Zentrum der Wissenschaft, wenn es um die Frage von Kreislaufwirtschaft und Wassermanagement geht“, lautet ein Fazit des Ministers nach 60 Minuten Zukunftstalk. Er verweist darauf, dass SüdOstNiedersachsen die erste deutsche Modellregionen der „Circular Cities and Regions Initiative“ in Europa ist.

Die Standpunkte der Forschenden im Detail und die Fragen aus dem Publikum sind im einstündigen Video zur Veranstaltung zu sehen: https://www.youtube.com/watch?v=69kSIqiQ3_Y

Kontakt:
TU Clausthal
Pressesprecher
Christian Ernst
Telefon: +49 5323 72-3904
E-Mail: christian.ernst@tu-clausthal.de

Mit Wissenschaftsminister Falko Mohrs (Mitte) diskutierten TU-Präsidentin Prof. Heike Schenk-Mathes, Prof. Andreas Rausch, Mareike Bothe-Fiekert, M.Sc., und Prof. Daniel Goldmann über intelligentes Wassermanagement. Der Zukunftstalk (siehe auch Bilder unten) wurde per Livestream übertragen aus dem „Fernsehstudio“ Aula Academica. Fotos: Christian Ernst