TU Mathematikerin verbessert Servereffizienz

Professorin Dr. Petra Huhn mit dem „IBM Faculty Award“ ausgezeichnet



Clausthal-Zellerfeld. Professorin Dr. Petra Huhn hat am 30. Oktober am Institut für Mathematik der Technischen Universität (TU) Clausthal den mit 5.000 Euro dotierten „Faculty Award“ für ihre Arbeit zur „Optimierung von Serverkonsolidierungen“ von der Firma IBM erhalten. Ebenfalls an der preisgekrönten Forschung beteiligt war der Mathematikstudent Björn Görder. IBM würdigt mit dem Faculty Award weltweit herausragende wissenschaftliche Leistungen, die richtungsweisend für die IT Branche sind.

Server in Unternehmen sind durchschnittlich nur zu 20 Prozent ausgelastet. Die Ursache dafür sind stark schwankende Belastungen im Laufe eines Tages. Server sind Programme, die Computern erlauben, untereinander Daten auszutauschen. Starten etwa am Morgen alle Mitarbeiter einer Firma ihre Computer, rufen Emails ab oder geben Druckaufträge, dann sind die Mail- und Druckserver für kurze Zeit ausgelastet. Über weite Strecken jedoch bleiben über 80 Prozent der Ressourcen ungenutzt.



Fünfmal effektiver mit Verteilungsalgorithmen



Da Serverprogramme in der Regel auf speziellen, oft ebenfalls Server genannten Computern installiert sind, bietet die Optimierung der Serverauslastung die Möglichkeit, Kosten deutlich zu senken: Die Firmen müssten weniger Server warten oder instand setzen, sparten Stromkosten und auch die Rechenzentralen benötigten weniger Kühlung aus teueren Klimaanlagen. Im Idealfall könnten vier von fünf Geräten abgeschafft werden. Dies ist jedoch nicht immer realisierbar, da auch zu den Zeiten mit Auslastungsspitzen der Betrieb sichergestellt werden muss.



Professorin Dr. Petra Huhn vom Institut für Mathematik hat zusammen mit dem Mathematikstudenten Björn Görder Algorithmen entwickelt, die bewirken, dass Server deutlich besser ausgelastet sind. „Im Durchschnitt verbessern wir dadurch die Nutzung der Geräte von weniger als 20 auf über 50 Prozent“, berichtet Huhn. Ihre und Görders Forschungen setzen an am Konzept der so genannten Serverkonsolidierung. Dabei werden mehrere Ausgangsrechner als virtuelle Maschinen auf einem Server abgebildet, dessen Kapazität deutlich unter der Summe der Kapazitäten der Ausgangsrechner liegt. Die Algorithmen bestimmen nun eine optimale Verteilung der Ausgangsrechner auf die Zielrechner, so dass nur eine geringe Anzahl von Zielrechnern benötigt wird.



Diese innovative und praxisnahe Lösung zeichnete die Firma IBM am 30. Oktober im Institut für Mathematik mit dem Faculty Award aus. „Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung“, sagte die Mathematikerin bei der Verleihung. „Besonders die Leistung von Björn Görder wird dadurch gewürdigt.“ Der Student hat in dem von IBM geförderten Forschungsprojekt eine Studienarbeit verfasst und auch seine Diplomarbeit befasst sich mit diesem Thema. Er ist maßgeblich an der Lösung des Problems beteiligt.



Studierende als Partner in der Forschung



Auch weiterhin werden Studierende am Problem der Serveroptimierung mitforschen: „Mit dem Preisgeld von 5000 Euro werde ich in erster Linie studentische Hilfskräfte einstellen“, so Huhn. Denn bei den bisherigen Forschungen des IBM-Projektes seien noch eine Reihe weiterer Fragen aufgetaucht, die mit diesem Geld geklärt werden könnten.



Studierende auch als Forschungspartner zu sehen, hatte zuvor auch TU-Präsident Professor Dr. Edmund Brandt in seiner Laudatio angeregt: „Wesentliche Impulse sollten aus dem wissenschaftlichen Nachwuchs kommen.“ Verantwortlich für die erfolgreiche Arbeit mit Studierenden und Nachwuchswissenschaftlern seien dabei die Professorinnen und Professoren der TU. Diese Aufgabe meistere Huhn vorbildlich: „Frau Huhn verkörpert in ihrer Arbeit in idealer Weise den Anspruch der gesamten Universität: Sie arbeitet interdisziplinär, hat bei ihrer Forschung die Anwendung im Blick, wirbt erfolgreich Forschungsprojekte ein und schafft es, Studierende für ihre Arbeit zu begeistern.“



Faculty Award - Förderung für innovative Forschung



Mit dem jährlich vergebenen Faculty Award unterstützt die IBM GmbH innovative Projekte und stärkt so die Zusammenarbeit mit führenden Wissenschaftlern. Ein hochkarätiges Gremium aus internationalen IBM Forschern und Wissenschaftlern wählt die Preisträger aus. „Die wissenschaftlich gewonnenen Erkenntnisse von Professorin Dr. Huhn ergänzen unsere eigenen Forschungen zu Serverkonsolidierung“, erklärt Erwin Jung, Leiter der Wissenschaftsbeziehungen der IBM Deutschland GmbH. Dies zeige erneut, dass die enge Zusammenarbeit mit Partnern aus Lehre und Forschung für Innovationen von wichtiger Bedeutung ist. „Professorin Huhn betreibt exzellente und für die Industrie relevante Forschungsarbeit. Dies möchten wir mit dem Faculty Award unterstützen.“



Kontakt:

Prof. Dr. Petra Huhn

Juniorprofessorin für Optimierung

TU Clausthal

Institut für Mathematik

Erzstraße 1

38678 Clausthal-Zellerfeld

Tel.: 05323 - 72 3572

Email: petra.huhn@math.tu-clausthal.de

Ausgezeichnete Servereffizienz: Prof. Dr. Petra Huhn (3.v.l.) und Björn Görder (2.v.l.) nahmen den IBM Faculty Award von IBM-Mitarbeiter Erwin Jung in Empfang.