Jugend forscht: Landessieger an der TU Clausthal gekürt

Clausthal-Zellerfeld. Beim Landesfinale im Schülerwettbewerb „Jugend forscht“, das zum 30. Mal an der TU Clausthal stattfand, haben im Fachgebiet Chemie Harzer Lokalmatadoren gewonnen.

Insgesamt sind am Mittwochabend die Landessieger in sieben Kategorien gekürt worden, die nun am Bundesfinale in Essen teilnehmen.

Warum pfeift es teilweise bei der Eisensulfidsynthese, also wenn - vereinfacht ausgedrückt - Schwefel und Eisenwolle im Reagenzglas erhitzt werden? Ali Karaca, Björn Bankowski und Daniel Lamonski vom Christian-von-Dohm-Gymnasium in Goslar haben die Ursachen dieses Phänomens erforscht. „Der Verein der Jungforscher an unserer Schule hat uns unterstützt und einige Mitschüler waren nach Clausthal gekommen, um uns hier die Daumen zu drücken“, berichteten die drei 17-Jährigen. Vom 13. bis 16. Mai dürfen die Harzer nun beim Bundesfinale antreten.

250 Gäste bei der Preisverleihung

„Jugend forscht ist zum einen jedes Jahr neu und anders, zum anderen konstant, was die hohe Motivation und die hohe Qualität der Präsentationen betrifft“, sagte Landeswettbewerbsleiter Thomas Biedermann. Ähnlich sah es auch Professor Volker Wesling, der die 250 Gäste bei der Preisverleihung in der Aula als Vizepräsident für Forschung und Technologietransfer der TU Clausthal begrüßte: „Ich bin beeindruckt, wie professionell viele Experimente dargestellt worden sind.“ Den 69 Jungforschern zwischen 14 und 21 Jahren aus ganz Niedersachsen, die 40 Projekte ausgetüftelt hatten, sagte er: „Bewahren Sie sich Ihre Begeisterung dafür, etwas zu entdecken, was andere so bisher noch nicht praktiziert haben.“

Mit Multitasking hatte sich beispielsweise Stefanie Henkel aus Ritterhude beschäftigt. Die 18-jährige Gymnasiastin ging der Frage nach, ob sich die Leistung von Schülern verändert, wenn sie mehrere Dinge gleichzeitig tun. Sie fand heraus, dass Testpersonen um bis zu 20 Prozent schlechtere Ergebnisse erzielen, wenn sie etwa durch Musik im Hintergrund abgelenkt werden. „Dass zwischen Jungen und Mädchen bei Multitasking Unterschiede bestehen, haben meine Versuche nicht belegt“, erklärte sie. Im Fachgebiet Arbeitswelt erhielt sie den ersten Preis.

Jungforscher zeigen effektivere Windkraftanlagen

Ebenfalls mit einem aktuellen Thema sicherten sich Michael Marx, Marius Rakers und Johannes Albers aus Lingen den Landessieg im Bereich Physik. Das Trio stellte sich die Frage: Wie lässt sich die Effizienz von Windkraftanlagen steigern? Nach einem Vergleich bestehender Anlagen entwickelten die 16-Jährigen eigene Windrotoren, die deutlich mehr Wirkung als herkömmliche Geräte entfalten.

War es für die meisten Jungforscher der erste Auftritt beim Landesfinale, so ist dieser Wettbewerb in Clausthal längst zu einer guten Tradition geworden. Seit 1981 führt die Hochschule, in den vergangenen neun Jahren unterstützt vom Unternehmen E.ON Kernkraft, „Jugend forscht“ durch. Die Fäden der Organisation laufen zusammen bei Maria Schütte, der Patenbeauftragten der TU für die Veranstaltung: „Natürlich würden wir uns freuen, wenn durch die Ausrichtung des Wettbewerbs künftige Studierende auf die TU Clausthal als Studienort aufmerksam würden.“

Landessieger 2010 und qualifiziert für das Bundesfinale:

  • Fachgebiet Arbeitswelt: Stefanie Henkel (Ritterhude); Thema: Effektivität von Multitasking im schulischen Bereich
  • Biologie: David Brückner (Osnabrück); Untersuchungen zur Charakterisierung der Dürretoleranz der einheimischen Pflanze Althaea officinalis L.
  • Chemie: Ali Karaca, Daniel Lamonski, Björn Bankowski (Goslar); Warum pfeift es bei der Eisensulfidsynthese?
  • Geo- und Raumwissenschaften: Robin Linten (Diepholz); Der Einfluss der Bahnkurven auf das Ergebnis der Transitmethode
  • Mathematik/Informatik (zwei Sieger): Ellen Carmesin und Malin Lachmann (Stade); Analyse von Finanzstrategien mit Hilfe einer Populationsdynamik sowie: Ben Heuer (Bad Iburg); Mathematische Grundlagen zur räumlichen Computerdarstellung von Chelatkomplexen
  • Physik: Michael Marx, Marius Rakers und Johannes Albers (Lingen); Untersuchung des Wirkungsgrades von Modellwindkraftanlagen
  • Technik: Jan Käberich (Holzminden); Kugelroboter - ein instabiles System im Gleichgewicht

Weitere Informationen:

www.jufo.tu-clausthal.de/teilnehmer/

Kontakt:


TU Clausthal


Pressesprecher


Christian Ernst


Telefon: 05323 - 72 3904


E-Mail: christian.ernst@tu-clausthal.de

Glückliche Gewinner aus Goslar (von links): Daniel Lamonski, Ali Karaca und Björn Bankowski sind die Sieger im Fachgebiet Chemie.