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Forschungsbrauerei eröffnet

Universitätspräsident Professor Joachim Schachtner besichtigt die neue Forschungsbrauerei im Institut für Elektrochemie der TU Clausthal.

Seit Februar dieses Jahres kann am Institut für Elektrochemie (IEC) Bier gebraut werden. „Mit dieser Anlage könnte man im Jahr zwischen 5000 und 6000 Liter Bier produzieren“, sagt Professor Frank Endres, Leiter des IEC. In der kleinen Forschungsbrauerei, die eine Lebensmittel- und Zoll-Zulassung hat, stellt er mittels eines dort neu entwickelten isothermen Maischverfahrens, bei dem die Temperatur über 120 Minuten bei 72 Grad Celsius konstant gehalten wird, alkoholreduziertes Bier her. Erste Ergebnisse dazu wurden kürzlich in Heft 42 der Fachzeitschrift Brauwelt veröffentlicht. Da seit einigen Jahren die Nachfrage nach alkoholfreiem und -reduziertem Bier steigt, wird ein alternatives kostengünstiges Herstellungsverfahren benötigt. Kleinere Brauereien können sich das bisherige, sehr kostspielige Verfahren der Entalkoholisierung nicht leisten. Das neue Verfahren könnte hier Abhilfe schaffen.

Professor Schachtner besuchte das Labor von Professor Endres und verköstigte dort verschiedene Varianten des neuen, alkoholarmen Bieres und zeigte sich begeistert. „Der Geschmack des Bieres ist sehr gut, er unterscheidet sich kaum von Bieren mit Alkoholgehalt“, sagte der Präsident. In Deutschland zählt ein Bier mit einem Alkoholgehalt von unter 0,5Volumenprozent (Vol-%) als alkoholfrei. Professor Endres kann in seinem Labor Malzbier mit etwa 0,3 Vol-% herstellen sowie alkoholfreie und alkoholarme Biere.

Auch dem aktuellen Wasserproblem in Clausthal-Zellerfeld kann der Forscher beikommen, und zwar mittels einer kleinen Wasseraufbereitungsanlage. „Das ist das vermutlich sicherste Trinkwasser in Clausthal“, betonte Endres. In der Zukunft soll eine Kooperation zwischen dem IEC und dem Forschungszentrum für Brau- und Lebensmittelqualität an der TU München Weihenstephan dafür sorgen, dass die Methode zur Herstellung von alkoholarmen Bieren mit dort erforschten sogenannten maltosenegativen Hefen verfeinert werden kann.

Bisher arbeitete Professor Endres allein in der Forschungsbrauerei. Doch schon im vergangenen Jahr hatten Studierende die Möglichkeit, nach dem Besuch der Vorlesung ihr eigenes akademisches Altbier zu brauen. Um die lange Biertradition in Clausthal-Zellerfeld zu erhalten und das Brauen bzw. den Geschmack des Getränks weiter zu verbessern, soll es auch dieses Angebot so schnell wie möglich wieder geben.

 

Kontakt:
TU Clausthal
Nadine Kaiser
Telefon: +49 5323 72-3952
E-Mail: nadine.kaiser@tu-clausthal.de

Zuprosten in Corona-Zeiten – Professor Frank Endres (links) und Universitätspräsident Professor Joachim Schachtner beim Probieren des alkoholfreien Bieres in der neuen Forschungsbrauerei. Foto: Kaiser