Drei Clausthaler Professoren in den Ruhestand verabschiedet

Zum Ende des Sommersemesters 2022 hat Universitätspräsident Prof. Joachim Schachtner drei Professoren verabschiedet: den früheren Vizepräsidenten Wolfgang Pfau sowie Andreas Weller und Ulrich Kunz.

Prof. Wolfgang Pfau, seit 1999 Universitätsprofessor für Betriebswirtschaftslehre und Unternehmensführung an der TU Clausthal, war von Dezember 2015 bis Mitte 2019 nebenberuflicher Vizepräsident für Internationales, Weiterbildung und Digitalisierung der Harzer Universität. Dabei brachte sich der gebürtige Freiburger auch in den Aufbau der Akademie für Weiterbildung an der TU Clausthal ein, deren wissenschaftliche Leitung er zu Beginn übernahm. Vor seiner Zeit als Vizepräsident war er eineinhalb Jahre als Dekan der Fakultät für Energie- und Wirtschaftswissenschaften tätig. Prof. Pfau hat an der Universität Freiburg Wirtschaftswissenschaften studiert und sich auf diesem Gebiet auch promoviert (1989). Nach mehreren Jahren in der Wirtschaft u. a. bei der mitgegründeten ITM International Trade Marketing GmbH schloss sich 1997 auch die Habilitation an der Universität im Breisgau an. In der Forschung beschäftigte sich Prof. Pfau mit seinem Team insbesondere damit, wie Unternehmen in Zeiten des digitalen Wandels ihre Geschäftsmodelle weiterentwickeln können, ohne dabei ihre Kernkompetenzen aus dem Auge zu verlieren. In der Lehre setzte er früh auf E-Learning-Ansätze.

Prof. Andreas Weller, aufgewachsen im Erzgebirge, ist 25 Jahre an der TU Clausthal tätig gewesen. Nach zwei Jahren als Vertreter der Professur war er 1999 zum Universitätsprofessor für Petrophysik am Institut für Geophysik ernannt worden. Seine akademische Ausbildung hatte er zuvor an der Bergakademie Freiberg absolviert: An das Studium der Geophysik schlossen sich die Promotion (1984) und die Habilitation (1991) an. Berufliche Stationen waren der VEB Geophysik Leipzig und die Geophysik GmbH Leipzig. Die Zeit von 1992 bis 1997 verbrachte Dr. Weller als Heisenberg-Stipendiat am Institut für Geophysik und Meteorologie der TU Braunschweig. In der Forschung ist der Geophysiker thematisch breit aufgestellt. Er analysiert die physikalischen Eigenschaften von Erzen und Reservoir-Gesteinen aus Erdöl- oder Erdgaslagerstätten, untersucht das Verhalten von Deichen bei Hochwasser und spürt mit geoelektrischen Methoden unter Torfschichten uralte Bohlenwege in Mooren auf.  

Ulrich Kunz, seit 2003 apl. Prof. für das Fachgebiet Chemieingenieurwesen am Institut für Chemische und Elektrochemische Verfahrenstechnik, ist der TU Clausthal seit mehr als vier Jahrzehnten verbunden. 1976 nahm er im Oberharz ein Chemiestudium auf. Nach dem Diplom folgten die Promotion (1988) und die Habilitation (1998) ebenfalls an der TU. Unterbrochen wurde die Clausthaler Zeit nur von einem zweijährigen Abstecher an das Institut für Technische Chemie der TU Braunschweig. Einen wichtigen Schwerpunkt seiner Forschung bilden elektrochemische Verfahren. Dazu zählt etwa die Weiterentwicklung der Redox-Flow-Batterien, die mehrere Dutzend Megawattstunden Energie speichern können. Auch elektrochemische Verfahren zur Wasserreinigung gehören zu seinen Arbeitsgebieten. Damit brachte sich Prof. Kunz in das Verbundprojekt „bio-elektrochemische Brennstoffzelle“ (BioBZ) ein, das 2018 den Deutschen Nachhaltigkeitspreis gewann. Auch beim deutschlandweiten ChemCar-Wettbewerb waren Clausthaler Studierende – von Prof. Kunz betreut – stets vorn dabei.  

Kontakt:
TU Clausthal
Pressesprecher
Christian Ernst
Telefon: +49 5323 72-3904
E-Mail: christian.ernst@tu-clausthal.de

 

Prof. Ulrich Kunz (Mitte) hat, begleitet von seiner Frau Dagmar Wagner-Kunz, von Universitätspräsident Prof. Joachim Schachtner die Verabschiedungsurkunde entgegen genommen. Auch Prof. Wolfgang Pfau (siehe Bild unten links) und Prof. Andreas Weller (unten rechts) sind in den Ruhestand verabschiedet worden. Fotos: Dell'Aquila, Kreutzmann