Clausthaler Forschende erhalten Ehrennadel und Juniorpreis

Dr. Michael Wächter und Winniefred Rudorffer vom Institut für Maschinelle Anlagentechnik und Betriebsfestigkeit der TU Clausthal sind in Kaiserslautern ausgezeichnet worden.

Auf der 47. Tagung des Arbeitskreises Betriebsfestigkeit des Deutschen Verbands für Materialforschung und -prüfung (DVM) wurde Dr. Michael Wächter für seine Verdienste auf dem Gebiet der Betriebsfestigkeit mit der DVM-Ehrennadel in Silber ausgezeichnet. Gleichzeitig erhielt Winniefred Rudorffer für ihren Fachvortrag den DVM-Juniorpreis.

Der DVM fördert bereits seit 1896 in verschiedenen Arbeitskreisen den Wissenstransfer in den Bereichen Strukturintegrität, Materialforschung sowie Werkstoff- und Bauteilprüfung. Der Arbeitskreis Betriebsfestigkeit beschäftigt sich seit 1976 mit den Auslegungs- und Absicherungsprozessen von Maschinenbauteilen. Die Auszeichnung mit der DVM-Ehrennadel in Silber würdigt Ingenieure und Wissenschaftler bis zum 40. Lebensjahr für ihre herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Materialforschung- und -prüfung. Mit Michael Wächter, der seit 2011 am TU-Institut für Maschinelle Anlagentechnik und Betriebsfestigkeit (IMAB) arbeitet, wurde die silberne DVM-Ehrennadel bereits zum dritten Mal an einen ehemaligen Doktoranden des IMAB verliehen (Dr. Tanja Jung 2000, Diplom-Ingenieur Kurt Pötter 2009).

Dr.  Wächter und Dr. Melanie Fiedler (TU Dresden) erhalten diese Auszeichnung für ihre Arbeit an der FKM-Richtlinie Nichtlinear. Diese Richtlinie ermöglicht den rechnerischen Festigkeitsnachweis unter expliziter Erfassung nichtlinearen Werkstoffverformungsverhaltens und dient der Auslegung von Maschinenbauteilen aus Stahl, Stahlguss und Aluminiumlegierungen. „Vor allem kleine und mittelständische Unternehmen profitieren von solchen abgesicherten Berechnungskonzepten. Damit geben wir dem Anwender eine Möglichkeit an die Hand, die Lebensdauer seiner Komponenten treffsicher nachrechnen zu können“, so Wächter, der seit 2020 am IMAB die Leitung für den Bereich „Rechnerische Simulation / Kennwertermittlung“ unter Professor Alfons Esderts übernommen hat.

Vor 80 Anwesenden hielt Professor Esderts in Kaiserslautern die Laudatio für seinen ehemaligen Doktoranden und erwähnte neben Wächters wissenschaftlicher Leistung (über 40 Tagungs- und Zeitschriftenbeiträge) dessen vielfältiges Engagement im DVM. „Dr. Wächter war für mich in den letzten Jahren auch am Institut eine große Unterstützung“, lobte Esderts. So werden in verschiedenen Forschungsprojekten am IMAB seit der Veröffentlichung der FKM-Richtlinie Nichtlinear weitere Aspekte der Lebensdauerberechnung unter Berücksichtigung des nichtlinearen Werkstoffverformungsverhaltens untersucht. Dabei übernimmt Wächter sowohl bei der Beantragung als auch bei der Durchführung dieser Projekte eine wichtige Rolle.

Im April dieses Jahres wurde eines dieser von der Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigungen (AiF) geförderten Projekte beendet. Die Ergebnisse des Projekts zur Übertragung der Richtlinie auf geschweißte Bauteile wurden auf der DVM-Tagung von Winniefred Rudorffer mit dem Beitrag „Auslegung von Schweißnähten mit dem Örtlichen Konzept – Möglichkeiten zur Erweiterung der FKM-Richtlinie Nichtlinear“ vorgestellt. Für diesen Vortrag erhielt sie den DVM-Juniorpreis, der an Forschende bzw. Ingenieurinnen und Ingenieure unter 30 Jahren für einen herausragenden Vortrag bei einer Arbeitskreisveranstaltung verliehen wird. „Als Nachwuchswissenschaftlerin motiviert eine solche Auszeichnung natürlich sehr“, so Rudorffer, seit 2017 Doktorandin am IMAB. „Sie zeigt, dass auch das Promotionsstudium in Clausthal eine hohe Qualität aufweist, mit der man im nationalen und internationalen Umfeld fachlich sehr gut aufgestellt ist.“

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Preisübergabe der Ehrennadel (von links): Dr. Matthias Decker (Obmann des DVM-AK Betriebsfestigkeit), Professor Michael Vormwald (TU Darmstadt), Dr. Melanie Fiedler (TU Dresden), Dr. Michael Wächter (TU Clausthal), Professor Alfons Esderts (TU Clausthal) und Dr. Martin Brune (Vorstandsmitglied DVM). Daneben erhielt die Clausthalerin Winniefred Rudorffer (siehe Bild unten) den DVM-Juniorpreis. Fotos: DVM