Forschungsinformationssystem

Einführung eines Forschungsinformationssystems an der TU Clausthal

An der TU Clausthal wird ein Forschungsinformationssystem eingeführt. Das Einführungsprojekt wurde 2020 gestartet und läuft voraussichtlich drei Jahre. Die Federführung hat die Stabsstelle für Technologietransfer und Forschungsförderung.

Was ist ein Forschungsinformationssystem?

Ein Forschungsinformationssystem (FIS) ist eine Datenbank, die Informationen über Forschungsaktivitäten (z.B. Projekte, Publikationen, Patente) an zentraler Stelle zusammenführt und miteinander verknüpfbar macht. Es ist daher besonders geeignet, die Forschungskompetenzen einer Hochschule transparent und aktuell darzustellen. Die in einem FIS enthaltenen Informationen können auf unterschiedlichen Ebenen aggregiert und für Netzwerkbildung, Außendarstellung, Berichterstattung und Antragsstellung genutzt werden.

Ein FIS hat Schnittstellen zu anderen Systemen und greift auf vorhandene Daten zurück. Wo es sinnvoll ist, kann ein FIS auch selbst zum primären System für die Datenhaltung werden und andere Systeme speisen. Prinzipiell sollen alle Daten nur einmal eingegeben werden. Eine aus Sicht der Qualitätssicherung problematische mehrfache Datenhaltung wird so vermieden und der mit der Datenerhebung und -pflege verbundene Aufwand mittelfristig deutlich reduziert.

Welche Ziele verfolgt die TU Clausthal mit dem FIS?

Mit der Einführung eines FIS verbindet die TU Clausthal insbesondere folgende Erwartungen:

  • Steigerung der Sichtbarkeit von Forschungsaktivitäten durch die transparente und aktuelle Darstellung der Forschungsaktivitäten und -ergebnisse
  • Erleichterung der internen und externen Netzwerk- und Konsortialbildung
  • Unterstützung der Verwertung von Forschungsergebnissen im Transfer
  • Vereinfachung des verpflichtenden Berichtswesens, z.B. bei Forschungsevaluationen der WKN oder gemäß den Leitlinien „Transparenz in der Forschung“
  • Erleichterung der Projektabwicklung und serviceorientierte Projektbegleitung durch Forschungsservice und Drittmittelverwaltung
  • Ermöglichung eines effizienten internen Monitorings von Forschung und Transfer im Hinblick auf die Steuerung der Hochschule

Welche Daten wird das FIS enthalten?

Die Inhalte des FIS werden sich grundsätzlich an den Anforderungen des Kerndatensatzes Forschung (KDSF) orientieren. Der KDSF ist ein freiwilliges Regelwerk zur Harmonisierung und Standardisierung der Forschungsberichterstattung an Forschungseinrichtungen. Er wurde durch den Wissenschaftsrat zur Einführung im deutschen Wissenschaftssystem empfohlen. Der KDSF wird bei den Arbeiten zur FIS-Einführung als Minimalanforderung an die Datenmodelle verstanden. Dementsprechend ist vorgesehen, mindestens die folgenden Forschungsinformationen im FIS abzubilden:

  • Personen
  • Projekte
  • Publikationen
  • Promotionen
  • Patente
  • Ausgründungen
  • Forschungsinfrastrukturen

Als technische Basis des FIS wird die TU Clausthal die Software HISinOne Forschungsmanagement (HISinOne-RES) einsetzen. HISinOne-RES ermöglicht neben der Erfassung und Verknüpfung von Forschungsinformationen auch die Abbildung von digitalen Geschäftsprozessen, beispielsweise die elektronische Drittmittelanzeige. Die Entscheidung, ob und in welchem Umfang Geschäftsprozesse im FIS abgebildet werden, ist neben der Implementierung der genannten KDSF-Bereiche Inhalt des Einführungsprojekts.