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Sichere Versorgung mit Hightech-Rohstoffen: CUTEC richtet Konferenz in Berlin aus

Berlin. Führende Rohstoffwissenschaftler präsentieren auf einer Konferenz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Berlin die Ergebnisse der Fördermaßnahme „r4“: Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Forschung zur Bereitstellung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe. Ausgerichtet wird die Veranstaltung vom 30. Januar bis 1. Februar vom CUTEC Clausthaler Umwelttechnik Forschungszentrum der TU.

Gallium-Kristalle. Foto: Andre Bertram

Gallium-Kristalle. Foto: Andre Bertram

Wissenschaftler sichern die Rohstoffbasis für Zukunftstechnologien in der Elektromobilität, Energiewende und Industrie 4.0. Gemeinsam mit industriellen Partnern haben sie erstmals Potenziale an wertvollen Hightech-Ressourcen in heimischen Lagerstätten und industriellen Reststoffen erfasst bzw. arbeiten an Technologien, diese zu gewinnen. Die insgesamt 40 Projekte werden vom Bundesforschungsministerium gefördert.

Mit diesen Forschungsvorhaben tragen die Beteiligten zu einer sicheren, importunabhängigeren Versorgung Deutschlands mit Hightech-Rohstoffen bei. Sie erschließen nachhaltig und umweltschonend wirtschaftsstrategische Ressourcen wie Indium, Gallium, Kobalt und Seltene Erden aus heimischen Lagerstätten, durch Recycling aus Abfallprodukten und durch Kreislaufführung. Gefördert werden sie im Zeitraum von 2015 bis 2019 mit insgesamt 60 Millionen Euro. Die Hälfte der Projekte steht bereits kurz vor dem Abschluss.

Dazu gehört das Vorhaben „UPNS4D+“: Darin erfassen autonome Fahrzeuge – ausgestattet mit 3-D-Sensoren, Kameras und Radar – für Menschen unzugängliche natürliche Rohstoffvorkommen. Sie können weitere Fahrzeuge für den autonomen Abbau steuern. Eine andere Technologie, die des Projekts „DESMEX“, ermöglicht es, erstmals Erzvorkommen in einer Tiefe bis zu einem Kilometer zu erkunden, und zwar per Hubschrauber und mit elektromagnetischen Verfahren.

Im Projekt „REWITA“ haben insbesondere auch Clausthaler Wissenschaftler rund 40 Tonnen Indium und 1300 Tonnen Kobalt im Abraum des einstigen Erzbergwerks Rammelsberg (Goslar) gefunden. Derzeit bereiten sie die Technologie für den umweltverträglichen Abbau der seltenen Hightech-Rohstoffe vor. Allein aus dem Indium könnten 160 Millionen LCD-Fernseher produziert werden, aus dem Kobalt bis zu 200 Millionen Smartphones.

Wertvolles Rohstoff-Potenzial birgt auch die Kreislaufführung. Forscher des Projekts „Lan-Tex“ etwa haben ein neues Textil entwickelt, das Lanthan aus industriellem Abwasser filtert. Damit wird die Seltene Erde Lanthan erstmals erneut nutzbar für die Katalysatoren-Produktion, die zur Erdöl-Raffination nötig ist. Das recycelte Antimontrioxid des Projektes „AddResources“ wirkt sogar besser als das Original. Kunststoffe mit dem wiederverwendetem Material schnitten in Tests in Bezug auf Flammschutz besser ab.

Die insgesamt 40 Forschungsteams erarbeiten Technologien und Lösungen in folgenden vier Bereichen: Suche und Erkunden von Primärrohstoffen, Gewinnen und Aufbereiten von Primärrohstoffen, Rückgewinn von Sekundärrohstoffen sowie Kreislaufführung von Altprodukten. Detaillierte Einblicke in alle Projekte und deren Ergebnisse bzw. Zwischenergebnisse finden sich in der Publikation „Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Forschung zur Bereitstellung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe (r4) – Zwischenergebnisse“, die das CUTEC Clausthaler Umwelttechnik Forschungszentrum der TU Clausthal im Auftrag des BMBF zu dieser 2. Statuskonferenz herausgibt. Download auf: www.r4-innovation.de

Weitere Informationen

Kontakt:
CUTEC Clausthaler Umwelttechnik Forschungszentrum
TU Clausthal
Andre Bertram
Telefon: +49 5323 933-201
E-Mail: andre.bertram@cutec.de

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