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TU richtet internationale Konferenz aus: Was passiert mit versenkter Munition in der Ostsee?

17.10.2016

Goslar. Allein in der Ostsee wurden in beiden Weltkriegen 50.000 Tonnen chemische und 200.000 Tonnen konventionelle Munition versenkt. Diese Altlasten sind ein potentielles Risiko für die Umwelt. Wie gehen wir mit der versenkten Munition um? Dieser Frage widmet sich das Forschungsprojekt DAIMON, dessen Partner aus neun europäischen Ländern sich auf Einladung der TU Clausthal vom 17. bis 19. Oktober zu einer Konferenz in Goslar treffen.

Eröffnungsbild der Konferenz: Dr. Jacek Beldowski (Projektleiter/Polnische Akademie der Wissenschaften), Professor Matthias Reuter und Dr. Sabine Bohlmann (beide TU Clausthal) sowie Britta Schweigel (Bürgermeisterin Clausthal-Zellerfeld). Foto: Ernst

Eröffnungsbild der Konferenz: Dr. Jacek Beldowski (Projektleiter/Polnische Akademie der Wissenschaften), Professor Matthias Reuter und Dr. Sabine Bohlmann (beide TU Clausthal) sowie Britta Schweigel (Bürgermeisterin Clausthal-Zellerfeld). Foto: Ernst

Grundproblematik ist, das chemische und konventionelle Munition, die in der Ostsee und im Skagerrak versenkt wurde, ein breites Spektrum von gefährlichen Stoffen enthält. Bedingt durch die zunehmende wirtschaftliche Nutzung des Meeresbodens für Offshore-Windparks und Pipelines erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass die versenkten Behälter chemische Kampfstoffe in die direkte Umgebung freisetzen und damit zum Risiko für die Menschen und Tierwelt werden. Zudem verschlechtert sich der Zustand der Behälter durch Korrosion zusehends. Aus diesen Gründen wird international auf politischer und wirtschaftlicher Ebene verstärkt darüber diskutiert, wie das Umweltrisiko von versenkter Munition zu bewerten und zu behandeln ist.

In diesem Kontext zielt das Forschungsvorhaben DAIMON darauf ab, ein problemorientiertes Wassermanagement zu realisieren. So werden zukünftig öffentliche und private Akteure aus dem Bereich der Sicherung der Wasserqualität sowie die Regierungen der Ostseeanrainerstaaten unterstützt, etwas gegen die Verunreinigung der Ostsee durch zu hohe Nährstoffzufuhr oder andere toxische Substanzen – im hiesigen Projekt speziell chemische und konventionelle Kampfstoffe – zu tun.

Wie diese Unterstützungsmaßnahmen realisiert werden sollen, erläutert Professor Matthias Reuter vom Institut für Informatik der TU Clausthal: „Die Projektpartner wollen den Behörden der baltischen Anrainerstaaten mittels einer datenbankgestützten Entscheidungsunterstützungs-Software eine schnelle und kompetente Informationslage bezüglich detektierter Altlasten, auftauchender Verseuchungsschwerpunkte oder umzusetzender Entsorgungsoperationen von geborgenen Gefahrengütern bereitstellen.” Ergänzt wird dieses System durch integrierte Empfehlungen zur Handlungsunterstützung und durch Lagesimulatoren.

DAIMON selbst ist ein von der Europäischen Union über das Interreg Ostsee Programm gefördertes Projekt mit einer Gesamtsumme von 4,7 Millionen Euro. Die Laufzeit des Forschungsvorhabens, das auf grenzüberschreitende Zusammenarbeit setzt, beträgt drei Jahre. Der Beginn war im März 2016. Die Thematik von DAIMON fällt unter den Förderschwerpunkt „Effizienter Umgang mit natürlichen Ressourcen”, Hauptthema „Saubere Gewässer”. Beteiligt am Projekt sind die Ostseeraumanrainerstaaten: Finnland, Litauen, Polen, Schweden, Deutschland und Norwegen sowie assoziiert Russland und Weißrussland. Außerdem nehmen die Niederlande an dem Verbundvorhaben teil. Auf der Konferenz tauschen sich insgesamt 52 Teilnehmende aus.

Kontakt:
TU Clausthal
Pressesprecher
Christian Ernst
Telefon: +49 5323 72-3904
E-Mail: christian.ernst@tu-clausthal.de

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