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Technikhistoriker und Messtechniker Balck verabschiedet

Clausthal-Zellerfeld. Ohne ihn würde es die Weihnachtsvorlesung in der Clausthaler Physik nicht geben: Professor Friedrich Balck, der Technik unterhaltsam erklären kann, ist pensioniert worden. Mit einem Kolloquium zur Technik im Harzer Bergbau und zu den Wurzeln der TU Clausthal verabschiedete sich der 65-Jährige vor fast 150 Gästen im Großen Physik-Hörsaal.

Nach 45 Jahren an der TU Clausthal ist Professor Friedrich Balck (li.) vor 150 Gästen im Großen Physik-Hörsaal verabschiedet worden. Eine entsprechende Urkunde der Universität erhielt er von Professor Wolfgang Schade. Foto: Ernst

Nach 45 Jahren an der TU Clausthal ist Professor Friedrich Balck (li.) vor 150 Gästen im Großen Physik-Hörsaal verabschiedet worden. Eine entsprechende Urkunde der Universität erhielt er von Professor Wolfgang Schade. Foto: Ernst

„Friedrich Balck ist ein Clausthaler Urgestein“, unterstrich Professor Wolfgang Schade in seiner Laudatio. Vor 45 Jahren war Balck, der aus Lübeck stammt, zum Physik-Studium an die Technische Universität gekommen und blieb dem Oberharz treu. 1978 erfolgte die Promotion, im Jahr 2000 habilitierte er sich im Fach Technikgeschichte und 2005 wurde er zum außerplanmäßigen Professor ernannt.

Das Fernsehen zeigte Interesse

„Experimente sind etwas, was Friedrich liebt. Wissenschaftlich auseinandergesetzt hat er sich insbesondere mit der Messtechnik“, sagte Professor Schade. Auf diese Qualitäten wurde auch das Fernsehen aufmerksam. Innerhalb eines Projektes prüfte Balck zwischen 1987 und 2004 Lottoziehungsgeräte für die ARD und das ZDF. SAT.1 und weitere Sender interessierten sich ebenso für die Experimente des Clausthaler Physikers. So drehte ein Team vor fünf Jahren für das Wissensmagazin „Planetopia“, wie schnell Sektkorken fliegen können. Professor Balck hatte einen entsprechenden Versuch für die alljährliche Weihnachtsvorlesung vorbereitet.

Seit es den Energie-Campus der TU Clausthal in Goslar gibt, war der Wissenschaftler des Instituts für Energieforschung und Physikalische Technologien auch an diesem Ort aktiv. Dank seines Organisationstalents trieb er etwa die Bohrungen für ein dortiges Geothermie-Projekt voran und stattete die Anlage komplett mit Messtechnik aus. „Es wäre schön, wenn du uns auch künftig an der einen oder anderen Stelle unterstützen könntest“, betonte Schade. So regelmäßig wie bisher werde er zwar nicht mehr zu sehen sein, aber er freue sich, dass er willkommen ist und die Infrastruktur der TU Clausthal weiter nutzen kann, blickte Balck voraus.

Neue Möglichkeiten in der archäologischen Messtechnik

Eine Reise in die Vergangenheit unternahmen derweil die Gäste während des Kolloquiums. Hatte zunächst die historische Figur des August Ey alias Dr. Klaus Buschau Präsente überbracht, folgten Vorträge zur Technikgeschichte. Montanarchäologe Dr. Lothar Klappauf referierte über „Archäologen und die TU Clausthal auf den Spuren des Alten Mannes“. Dabei unterstrich er, dass sich durch Methoden des „forschen Forschers Balck“ neue Möglichkeiten in der archäologischen Messtechnik eröffnet haben. Dr. Wolfgang Lampe (Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie) sprach über den Wert der Ausbildung eigener Fachkräfte. Sein Fazit: Das Know-how der Clausthaler Bergakademie bildete die Basis für die Erfindung des Drahtseils und der Fahrkunst. Neben Innovationen gab es aber auch Stillstand. Dies zeigte TU-Absolvent Hendrik Schläper in seinem detaillierten Vortrag am Beispiel des Silbersegener Richtschachtes.

Abschließend berichtete Professor Balck über „Finden und Zurechtfinden - vergessenes Wissen über Prospektion und Navigation im Harzer Bergbau“. Während heute mit modernsten geophysikalischen Verfahren nach Bodenschätzen gefahndet wird, gab es früher Rutengänger, die Erze aufspürten. Diesem „vergessenen“ Gebiet will sich der Wissenschaftler aus physikalischer Sicht auch als Pensionär widmen.

Kontakt:
TU Clausthal
Pressesprecher
Christian Ernst
Telefon: 05323 - 72 3904
E-Mail: christian.ernst@tu-clausthal.de

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