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Europäische Experten entwickeln neue Materialien für die Hochtemperatur-Brennstoffzelle

Die Wissenschaft kennt kein Wochenende: am Samstag, den 2. Dezember treffen sich 8 Wissenschaftler aus ganz Europa (6 Forschungseinrichtungen und 2 Industriepartner) in Clausthal mit dem zuständigen Vertreter der Europäischen Kommission zum Start ihres europäischen Projektes. Die Wissenschaftler entwickeln im Rahmen des Projektes MatSILC neue keramische Materialien, welche die Hochtemperatur-Brennstoffzellen billiger und effizienter machen sollen. Brennstoffzellen setzen chemische Energie aus Energieträgern – z.B. Wasserstoff – direkt und sehr effizient in hochwertige elektrische Energie um. Damit arbeitet das europäische Konsortium in einem Gebiet, das von der Europäischen Union als einer der Kernpunkte zur Sicherung von Wohlstand und Lebensqualität bezeichnet wird: die Energieversorgung langfristig zu sichern und nachhaltig zu gestalten.

Dr. Argirusis und Mitarbeiter vor dem Brennstoffzellen-Prüfstand

Dr. Argirusis und Mitarbeiter vor dem Brennstoffzellen-Prüfstand

Der Koordinator des Projektes, Dr. Christos Argirusis, Leiter der AG Funktionale Schichten in der Abteilung Thermochemie und Mikrokinetik des Institutes für Metallurgie der TU Clausthal, überzeugte mit seinem Konzept und der Qualität des Konsortiums die Gutachter der Europäischen Kommission und wird die nächsten drei Jahre bei einem Gesamtprojektvolumen von 2,43 Mio € eine Projektförderung von 1,85 Mio. € für die Arbeiten zur Verfügung haben. Dies ist die zweite Koordination eine EU-Projektes, die derzeit an der TU Clausthal angesiedelt ist. Die Projektkoordination ist deshalb etwas besonderes, weil über den Koordinator alle Kontakte des Forschungskonsortiums zu der EU laufen und der Koordinator für den wissenschaftlichen Erfolg und das Management des Projektes verantwortlich ist. Und: die internationale Sichtbarkeit der Koordination eines EU-Projektes ist gewaltig – ein Aspekt, der in Zeiten knapper werdender Mittel für die Forschung nicht positiv genug bewertet werden kann.
Dieser sehr anspruchsvollen Rolle des Koordinators hat sich auch Prof. Dr. Roman Weber vom Institut für Energieverfahrens- und Brennstofftechnik gestellt. Prof. Weber koordiniert seit Anfang dieses Jahres ein EU-Netzwerk von 16 Forschungseinrichtungen und Unternehmen, die sich einer strukturierten Doktoranden- und Forscherausbildung in Europa auf dem Gebiet des Energie-Managements verschrieben haben. 20 Wissenschaftler können in diesem „Research-Training-Network“ ihre wissenschaftliche Ausbildung bereichern und Erfahrungen an renommierten Einrichtungen im Ausland sammeln. So haben gerade zwei Wissenschaftler im Rahmen des Netzwerkes ihre Arbeiten am Institut für Energieverfahrens- und Brennstofftechnik aufgenommen. Prof. Weber und sein Team nutzen ihre Kontakte und Kompetenz im Energiemanagement und der Optimierung von Prozessen auch in zwei weiteren EU-Projekten, in denen sie als Partner beteiligt sind.

In beiden an der TU Clausthal koordinierten Projekten spiegeln sich zwei Forschungsschwerpunkte der TU wider: Die Energieforschung, die zukünftig mit dem Energieforschungszentrum Niedersachsen in Goslar unter der Federführung der TU Clausthal weiteren Auftrieb erhält, und die Materialwissenschaften mit ihren vielfältigen Verzahnungen mit der Prozess- und Energietechnik. Auch hier ist ein Clausthaler Zentrum für Materialtechnik an der TU in Planung.

Insgesamt sind 10 Institute der TU an 16 EU-Projekten beteiligt, die aktuell laufen oder kurz vor dem Beginn stehen. Damit ist die TU Clausthal laut einer Studie des EU-Hochschulbüros in Hannover im Vergleich der deutschen Hochschulen gut aufgestellt: sie liegt bezogen auf die Summe eingeworbener EU-Mittel pro Professor im vorderen Drittel des bundesdeutschen Vergleichs. Die Zahl der beteiligten Wissenschaftler möchte das Präsidium für das kommende 7. Forschungsrahmenprogramm steigern, bei dem innerhalb der nächsten sieben Jahre 50 Mrd. € für die Forschung zur Verfügung stehen. So fördert die Hochschule die Antragstellung junger Wissenschaftler, die mit Ideen „an den Grenzen des Wissens“ eine eigene Arbeitsgruppe etablieren möchten und sich für eine Finanzierung beim „European Research Council“ bewerben – dem neu gegründeten europäischen Analogon zur „Deutschen Forschungsgemeinschaft“.

Unterstützt werden die Wissenschaftler auch von der neu geschaffenen Stelle für EU-Forschungsförderung an der TU, die bei allen Fragen der Programmauswahl, Antragstellung und Vertragsverhandlung berät.

Kontakt
Dr. Heike Schröder
TU Clausthal
Technologietransfer und Forschungsförderung
Tel.: O5323 72 - 7756
E-mail: heike.schroeder@tu-clausthal.de

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