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TU-Innovationsbotschafter für Deutschland

13.11.2006

Laser-Landminendetektor des IPPT ist „German Star” <br> <br> Berlin/Clausthal-Zellerfeld. Auto und Glühbirne, Computer und Telefon, Relativitätstheorie und Röntgenapparat – eine Reihe revolutionärer Neuerungen aus Deutschland haben „Made in Germany” zu einem weltweit anerkannten Gütesiegel gemacht. Diese Reihe setzt sich fort bis heute: Die Initiative „Partner für Innovation”, ein Zusammenschluss aus Unternehmen, Verbänden, Institutionen und Politik, hat jetzt erneut 50 „German Stars” gekürt und stellt sie in der gleichnamigen englischen Broschüre vor. Mit zu den deutschen Vorzeigeinnovationen gehört der Laser-Landminendetektor von Physikprofessor Dr. Wolfgang Schade und seiner Arbeitsgruppe am Institut für Physik und Physikalische Technologien (IPPT) der Technischen Universität (TU) Clausthal.

Macht als 'German Star' Werbung für Innovationen 'Made in Germany': Die Laser-Minensuchnadel vom IPPT.

Macht als 'German Star' Werbung für Innovationen 'Made in Germany': Die Laser-Minensuchnadel vom IPPT.

Rund 110 Millionen Landminen bedrohen weltweit Gesundheit und Leben der Zivilbevölkerung. Jeden Monat sterben etwa 2000 Menschen durch diese Kriegsaltlast. Ganze Landstriche sind minenverseucht, sie zu säubern ist lebensgefährlich: Etwa jede tausendste Räumung endet in einem Unfall.

Minenräumung – gefährlich und langwierig

Doch nicht nur sehr gefährlich ist die Suche nach Landminen, sondern auch sehr langwierig. Vorsichtig und per Hand müssen die Minenräumer nach Objekten graben, die sie vorher mit dem Bodenradar, dem Metalldetektor oder einer konventionellen Suchnadel – einem Stocherstab – ausgemacht haben. Eine Mühe, die sich oft nicht lohnt: Viele dieser Objekte entpuppen sich als Bierdosen oder Steine. Es fehlte bisher eine zuverlässigere Methode, Landminen zu identifizieren, ohne sie auszugraben.

Die Laser-Minensuchnadel von Schade und seinem Team kann diese Lücke schließen: Sie erkennt mit ihrer ‚intelligenten’ Spitze Landminen bereits im Boden. Eine wahrhaft zündende Idee steht hinter dieser Entwicklung. Ein starker Laserimpuls aus der Nadelspitze verdampft eine kleine Probe der vermeintlichen Minenoberfläche und erzeugt so eine kleine Menge Plasma. Kühlt das Plasma ab, so setzt es Licht frei, das von einer Linse in der Nadelspitze über Glasfasern in eine Auswerteeinheit geleitet wird. Sie erkennt, ob es sich im Boden um Stoffe handelt, die in Minen Verwendung finden.

„Statt mit großem Aufwand nach einem Schatten graben zu müssen, der sich im Bodenradar zeigt, und dann nur einen harmlosen Gegenstand zu finden,” erklärt Schade, „kann ein Minenräumer mit der Laser-Suchnadel sofort wissen, ob es sich um eine Mine handelt, oder nicht.” Das schone die Gesundheit der Kampfmittelräumer, und vor allem spare es Zeit. Denn rund 500 Jahre würde die Räumung allein der etwa 10 Millionen Minen in Afghanistan dauern, wenn das gegenwärtige Tempo von 20 000 geräumten Minen pro Jahr beibehalten wird.

Neues Klima für Innovationen schaffen

Begeisterung für Forschung und Technik sollen die „German Stars” nun auch im Ausland wecken: Nachdem die erste deutschsprachige Ausgabe „Deutsche Stars” schnell vergriffen war, legten die Initiative „Partner für Innovation” eine neue, englischsprachige Broschüre auf, in der auch der Landminendetektor aus dem IPPT genannt wird.

Die „Partner für Innovation” sind eine Initiative, zu der sich Unternehmen, Verbände, Institutionen und Politik zusammengeschlossen haben. Ziel der Initiative ist, „ein neues Klima für Innovationen in Deutschland schaffen”, wie es auf der Internetseite heißt. Mehr als 300 Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik erarbeiteten Projekte, mit dem Ziel, „Deutschland nach vorn zu bringen.” Mit an der Initiative beteiligt sind unter anderem die Bundesregierung, der Deutsche Gewerkschaftsbund und große Unternehmen wie etwa die ThyssenKrupp AG, die Bertelsmann AG, IBM oder die Deutsche Telekom AG.

Mehr Informationen zur Initiative erhalten Sie im Internet unter: www.innovationen-fuer-deutschland.de

Kontakt
Professor Dr. Wolfgang Schade
TU Clausthal
Institut für Physik und Physikalische Technologien
Leibnizstraße 4
38678 Clausthal-Zellerfeld
Tel.: 05323 72 – 2322 (Sekr.)
E-mail: wolfgang.schade@tu-clausthal.de

Die Laser-Minensuchnadel – Kurzinformation

Intensive Laserpulse zünden auf der Oberfläche der zu untersuchenden Probe ein Plasma. In der Plasmawolke liegen die Elemente in ionisierter Form vor. Nach Abschalten des Laserpulses rekombinieren die Elektronen mit den ionisierten Atomen. Dabei wird für einige hundert Nanosekunden Licht freigesetzt. Ein Lichtleiter an der Nadelspitze erfasst dieses Licht, und die Auswertungseinheit löst es auf nach Zeit und Spektrum. Das Licht liefert einen eindeutigen spektroskopischen ‚Fingerabdruck’ und ermöglicht, verschiedene Explosivstoffe, organische Materialien und Kunststoffe zu unterscheiden.

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