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Humboldt-Preisträger zu Gast an der TU

Renommierter Mathematiker forscht am Institut für Theoretische Physik <br> <br> Clausthal-Zellerfeld. Der Träger eines Humboldt-Forschungspreises der renommierten Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH), Professor Dr. Alexei Venkov von der dänischen Universität Aarhus, hat am ersten Oktober seinen ersten einmonatigen Forschungsaufenthalt am Institut für Theoretische Physik (ITP) der Technischen Universität (TU) Clausthal begonnen. Der Mathematiker wird mehrfach in den nächsten zwei Jahren an der TU zu Forschungszwecken zu Gast sein.

Forschen in den nächsten zwei Jahren zusammen zu automorphen Funktionen (v.l. u. Bild re.): Humboldt-Preisträger Prof. Dr. Alexei Venkov und der Clausthaler Mathematische Physiker Prof. Dr. Dieter Mayer.

Forschen in den nächsten zwei Jahren zusammen zu automorphen Funktionen (v.l. u. Bild re.): Humboldt-Preisträger Prof. Dr. Alexei Venkov und der Clausthaler Mathematische Physiker Prof. Dr. Dieter Mayer.

Venkov ist ein international anerkannter Experte auf dem Gebiet der so genannten Spektraltheorie automorpher Funktionen. Diese Funktionen spielen eine wichtige Rolle in verschiedenen Gebieten der Physik und Mathematik, wie etwa der Quantenfeldtheorie oder der Zahlentheorie. Für die kommenden zwei Jahre der Zusammenarbeit haben Venkov und sein Gastgeber Professor Dr. Dieter Mayer vom ITP geplant, zu zwei Problemkreisen der automorphen Funktionen einen völlig neuen und dynamischen Ansatz zu entwickeln. Dabei werden sie versuchen, die Transfer-Operator-Methode, ein Spezialgebiet Mayers, für diesen Ansatz fruchtbar zu machen.

Venkov studierte Mathematik von 1964 bis 1969 an der Staatlichen Universität St. Petersburg. Zwischen 1969 und 1973 bestritt er die Aspirantur und schloss sie als „Kandidat der Wissenschaften“ am Steklov Institut der russischen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg ab. Die Aspirantur ist die wissenschaftliche Ausbildung, die in der ehemaligen Sowjetunion auf das Studium folgte. Sie wurde mit zwei Arbeiten abgeschlossen, die je mit einer deutschen Doktorarbeit vergleichbar sind. Den Titel „Doktor der Wissenschaften“ hat Venkov 1980 mit einer Arbeit zur Spektraltheorie automorpher Funktionen erworben. „Die Promotion in der ehemaligen Sowjetunion ist vergleichbar mit der deutschen Habilitation, also der Qualifikation für eine Universitätsprofessur“, erläutert der Clausthaler Physiker Mayer.

Weltweit zu Gast an Spitzenhochschulen

Zusammen mit einem Aufsatz, den Venkov bereits vor seiner Promotion geschrieben hatte, wurde seine Doktorarbeit schnell zu einem Standardwerk in der Ausbildung des Mathematiker-Nachwuchses und gehört zu den am häufigsten zitierten Arbeiten dieses Fachgebiets. „Alexei Venkov ist einer der weltweit führenden Experten in der Spektraltheorie automorpher Funktionen“, sagt Mayer. Sein hohes Renommee werde unter anderen durch viele Einladungen an sehr angesehene Forschungseinrichtungen und Universitäten deutlich, unter ihnen die Stanford University im US amerikanischen Silicon Valley, das Mathematical Sciences Research Institute (MSRI) in Berkley, Kalifornien, die Princeton University in New Jersey oder die Ecole Normale Superieure in Paris.

Oberharzer Hochschule mit internationalem Ruf

„Professor Venkov ist bereits der vierte international anerkannte Wissenschaftler der Mathematischen Physik, der die TU Clausthal als seine deutsche Gastuniversität gewählt hat,“ berichtet Mayer. Das illustriere die internationale Reputation der Clausthaler Mathematischen Physik. Eine Reputation, die zum Ende des 19. Jahrhunderts vom damaligen Clausthaler Professor für Mathematik und theoretischen Physiker Arnold Sommerfeld begründet wurde.

Doch auch in anderen Instituten und Fachbereichen waren bisher einige Humboldt-Preisträger zu Gast: Dreizehn Wissenschaftler, in erster Linie aus den USA, haben seit der Wiederbelebung der Humboldt-Stiftung 1953 an der Clausthaler Hochschule in Rohstoff-, Werkstoff- und Naturwissenschaften geforscht.

„Es ist eine Auszeichnung für die TU Clausthal und bestätigt ihre guten internationalen Beziehungen, dass exzellente Wissenschaftler sie immer wieder als Ort für ihren Forschungsaufenthalt in Deutschland wählen“, sagt der Präsident der TU, Professor Dr. Edmund Brandt. „Die internationale Sichtbarkeit einer Hochschule hängt nicht von ihrer Größe ab.“

Die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) ermöglicht mit Forschungspreisen und Stipendien in jedem Jahr über 1 800 Forschern aus der ganzen Welt einen Aufenthalt in Deutschland. Sie ist eine gemeinnützige Stiftung zur Förderung der internationalen Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit rund 22 000 Humboldtianern in 130 Ländern aus allen Fachgebieten.

Kontakt:
Professor Dr. Dieter Mayer
TU Clausthal
Institut für Theoretische Physik
Arnold-Sommerfeld-Straße 6
38678 Clausthal-Zellerfeld
Telefon: 05323 – 72 3013
Email: dieter.mayer@tu-claustal.de

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