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Innovative Starthilfe für Autos mit entladener Batterie

Goslar. Autos reihenweise wieder flott machen, bei denen sich die Batterien entladen haben: Das ist das Ziel einer neuen Kooperation zwischen Clausthaler Forschern des Energie-Forschungszentrums Niedersachsen (EFZN) und dem Unternehmen akkuteam Energietechnik (Herzberg am Harz).

Kick-off-Treffen der Kooperationspartner (von links): Norbert Engel, Benjamin Gebhardt, Nury Orazov, Dr. Peter Oswald, Marlon Engel, Julian Gollenstede, Dr. Ralf Benger, TU-Professor Hans-Peter Beck. Foto: Sandra Weigelt

Kick-off-Treffen der Kooperationspartner (von links): Norbert Engel, Benjamin Gebhardt, Nury Orazov, Dr. Peter Oswald, Marlon Engel, Julian Gollenstede, Dr. Ralf Benger, TU-Professor Hans-Peter Beck. Foto: Sandra Weigelt

In den Pannenstatistiken finden sich allwinterlich startunwillige Batterien auf dem vordersten Platz. Fast eine Million Mal müssen Pannenhelfer pro Jahr Starthilfe wegen entladener oder defekter Batterien leisten – und das keineswegs nur bei älteren Autos. Stehen Fahrzeuge über mehrere Wochen – ob im Autohaus oder im Hafen – um verladen zu werden, führt das ebenfalls oft zur Entladung der Batterie.

Da kommerzielle Produkte in dieser Leistungsklasse oft nur sehr schwer und nicht unbegrenzt vielen Fahrzeugen nacheinander Starthilfe geben können (ohne nachgeladen werden zu müssen), möchte die Firma akkuteam ein solches Gerät mit Clausthaler Forschern als besonders leichtes und robustes Produkt entwickeln. Der Clou dabei: Das Gerät lädt sich nach erfolgtem Startvorgang am gestarteten Fahrzeug selbst wieder auf. So hat es für den nächsten Einsatz wieder volle Leistung.

„Die Entwicklung eines ‚Starthilfe-Boosters‘ erfordert einschlägiges Wissen zur Lithium-Ionen-Batterietechnik in Verbindung mit der dazugehörigen Leistungselektronik. Dies ist am Energie-Forschungszentrum und dem Institut für Elektrische Energietechnik und Energiesysteme (IEE) der TU Clausthal vorhanden und wird in Kooperation mit unserem industriellen Partner in das neue Produkt einfließen“, so Professor Hans-Peter Beck, EFZN-Forscher und Direktor des IEE. Bei der Antragsstellung für das Kooperationsprojekt wurde das Team von der Technologieberatung des Südniedersachsen-Innovationscampus (SNIC) in Person von Dr. Peter Oswald unterstützt.

Anwendung könnte die neue Technologie nicht nur im Straßenverkehr finden, wo viele kleine oder auch größere elektrische Helferlein die Fahrzeugbatterien belasten, insbesondere, wenn diese nur auf Kurzstrecken eingesetzt werden oder längere Zeit stehen. Gerade auch in Häfen müssen zum Teil mehr als 1000 Autos in kürzester Zeit gestartet und verladefertig gemacht werden, um teure Liegezeiten von Überseeschiffen zu vermeiden. Dieser Kostendruck führt manchmal dazu, dass etwa ältere Fahrzeuge, die nicht gestartet werden können, nicht verschifft und einfach verschrottet werden.

Bei einem Startvorgang werden schon bei herkömmlichen Fahrzeugen mehrere 100 bis 1000 Ampere Strom benötigt. Bei ebenso avisierten größeren Fahrzeugen, etwa Baumaschinen, können es sogar einige 1000 Ampere werden. Bei diesen Anforderungen ist besonders die Zuverlässigkeit handelsüblicher Kompaktgeräte für die industrielle Großanwendung unzureichend. Hier soll das Fachwissen der Firma akkuteam mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen der TU Clausthal in der Speichersystemtechnik und Leistungselektronik gebündelt werden, um einen zuverlässigen, hoch dynamischen „Starthilfe-Booster“ zu konstruieren. Der zunächst entwickelte Prototyp wird vom Industriepartner praktischen Härtetests unterzogen und anschließend in Serienfertigung für den Weltmarkt geplant.

Norbert Engel, Geschäftsführer akkuteam: „Ein robuster und zuverlässiger Geräteaufbau nach Industriestandard ist für unsere weltweiten Kunden im Automotive-Bereich besonders wichtig. Um diese Technik serienreif zu entwickeln, benötigt man viel Erfahrung und technisches Know-how. Gerade für die Funktionsentwicklung und die Bauteileerprobung stellt unsere Kooperation mit der TU und dem EFZN in Goslar eine ideale Ergänzung von Synergien und Entwicklungspotenzial dar. Erfreulich dabei ist, dass wir das benötigte Potenzial vollständig regional bündeln konnten und so die Wirtschaftsregion Harz stärken.“ Das Kooperationsprojekt wird von der NBank im Rahmen des „Niedersächsischen Innovationsförderprogramms für Forschung und Entwicklung in Unternehmen“ gefördert. Das offizielle Projekt-Kick-Off-Treffen dazu hat im Februar stattgefunden.

Kontakt:
Energie-Forschungszentrum Niedersachsen
Diana Schneider
Telefon: +49 5321 3816-8016
E-Mail: diana.schneider@efzn.de

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