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Harzer Forscher suchen im Erz Hightech-Rohstoffe

20.05.2016

Clausthal-Zellerfeld. Die Metalle Gallium, Germanium und Indium werden benötigt für die Herstellung von Hochtechnologieprodukten. Sie kommen neben den Hauptwertmetallen (Blei, Zink, Kupfer) als Spurenelemente auch in verschiedenen Harzer Erzen vor. Clausthaler Forscher wollen das Ressourcenpotenzial dieser wirtschaftsstrategischen Metalle abschätzen. Ende Mai werden dazu Erzproben im historischen Bergwerk „Lautenthals Glück” (Oberharz) genommen.

Erzgang im Bereich des neuen Förderschachtes des Bergwerks "Lautenthals Glück". Foto: Stedingk

Erzgang im Bereich des neuen Förderschachtes des Bergwerks "Lautenthals Glück". Foto: Stedingk

Die Probenahme ist Teil des Projektes „Hochtechnologie-relevante Metalle in deutschen sulfidischen Buntmetallerzen – Ressourcenpotenzialabschätzung” (HTMET). Professor Daniel Goldmann vom Lehrstuhl für Rohstoffaufbereitung und Recycling der TU Clausthal erläutert: „Wir suchen nicht nur in alten Produkten wie LCD-Bildschirmen (aktuell im Projekt „In Access”) und Ablagerungen wie den Bergeteichen am Bollrich (aktuell im Projekt „Rewita”), sondern auch in altbekannten, aber nicht auf Sondermetalle untersuchten Lagerstätten nach den kritischen Metallen, die wir für die Produktion dringend brauchen. Auch wenn die Preise für solche Sondermetalle derzeit abgesackt sind, kann auf längere Sicht eine strategische Verknappung eintreten. Dies könnte speziell die Herstellung von Hightechprodukten in Mitteleuropa behindern.”

Lautenthal als Vertreter des Oberharzes ist neben Standorten im Schwarzwald, im Erzgebirge und einer Region in Österreich einer der wenigen Orte, an dem Detailuntersuchungen durchgeführt werden. Die meisten Proben stammen aus den Sammlungen alter Bergwerke. Insgesamt sollen in Deutschland und Österreich zwischen 70 und 90 Proben analysiert werden. „Im Lautenthaler Bergwerk sind die Gänge gut begehbar. Deshalb können dort mehrere Kilogramm schwere Gesteinsproben genommen, durchgeschnitten, poliert und zum Beispiel in einer Mikrosonde untersucht werden”, erklärt Dr. Torsten Graupner von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover. Außer der BGR und der TU sind das Clausthaler Umwelttechnik-Institut (CUTEC), die Montanuniversität Leoben und die Recylex GmbH Partner des Verbundprojektes.

Geplant ist es, ein geochemisch-mineralogisch-wirtschaftsökonomisches Kataster zu den Potenzialen der wirtschaftsstrategischen Metalle aufzubauen. Mithilfe eines Bewertungskonzeptes sollen Bergbau-Altstandorte, die eine gute Ausbeute versprechen, identifiziert werden. Die Untersuchung des Aufbereitungsverhaltens wichtiger spuren-metallreicher Erztypen ist ebenfalls Bestandteil des Forschungsprojektes. Übergeordnetes Ziel ist es, künftig unabhängiger von Rohstoffimporten zu sein. Finanziert wird das auf drei Jahre angelegte Verbundvorhaben vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Förderschwerpunktes „r4 – Innovative Technologien für Ressourceneffizienz – Forschung zur Bereitstellung wirtschaftsstrategischer Rohstoffe”.

Weitere Informationen: www.r4-innovation.de

Kontakt:
TU Clausthal
Pressesprecher
Christian Ernst
Telefon: +49 5323 72-3904
E-Mail: christian.ernst@tu-clausthal.de

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