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Bergbau-Professor Ludwig Wilke mit Medaille geehrt

25.02.2016

Clausthal-Zellerfeld. Professor Ludwig Wilke, von 1976 bis 1978 Rektor der TU Clausthal, hat sich über Jahrzehnte um den internationalen Austausch von Wissen auf dem Gebiet des Bergbaus verdient gemacht. Vor drei Jahren stiftete die Society of Mining Professors/Societät der Bergbaukunde ihm zu Ehren den „Ludwig Wilke Award”. Nun hat die akademische Gemeinschaft den Namensgeber erneut gewürdigt und ihm eine Medaille mit seinem Konterfei überreicht.

Professor Ludwig Wilke (Mitte), ehemaliger Rektor der TU Clausthal, nimmt die Medaille im Institut für Bergbau von Professor Oliver Langefeld und Dr. Elisabeth Clausen entgegen. Foto: Ernst

Professor Ludwig Wilke (Mitte), ehemaliger Rektor der TU Clausthal, nimmt die Medaille im Institut für Bergbau von Professor Oliver Langefeld und Dr. Elisabeth Clausen entgegen. Foto: Ernst

Professor Wilke nahm die silberne Plakette im Institut für Bergbau der TU Clausthal entgegen, das von 1961 bis 1982 seine akademische Heimat gewesen ist. Übergeben wurde ihm die Auszeichnung durch einen seiner Nachfolger. Societätsmitglied Professor Oliver Langefeld leitet die Abteilung für Maschinelle Betriebsmittel und Verfahren im Bergbau unter Tage: „Ich freue mich, Ludwig Wilke diese Medaille überreichen zu können, zumal ich Anfang der 1980er Jahre in Clausthal noch Vorlesungen bei ihm gehört habe.”

Kurz darauf, 1982, folgte Bergbau-Experte Wilke einem Ruf an die TU Berlin. Dem Oberharz blieb er aber immer verbunden. „Ich lebe in Clausthal-Zellerfeld und habe auch eine Wohnung in Berlin”, erzählt Professor Wilke. Aufgewachsen in Essen, hat er alle Facetten des Bergbaus kennen gelernt und als Hochschullehrer immer auch der Internationalität der Branche Rechnung getragen. Außer in Deutschland hielt er Vorlesungen in Osteuropa, China, Afrika und Südamerika. Ludwig Wilke, der in Clausthal in den 1970er Jahren vor seiner Zeit als Leiter der Universität bereits Prorektor und Dekan gewesen war, ist Mitglied in der Akademie der Wissenschaften in Österreich und Ungarn sowie in der Akademie der Bergbauwissenschaften in Russland. Zudem wurden dem renommierten Forscher vier Ehrendoktorate verliehen.

Auch wenn aufgrund politischer Vorgaben der Steinkohlenbergbau hierzulande 2018 ausläuft und die Braunkohleförderung weniger wird, sagt der 84-Jährige mit Blick auf Erze, Salze, Steine und Erden: „Bergbau wird es auch in Deutschland immer geben müssen.” Eigene Rohstoffe als Basis industrieller Wertschöpfung seien für jedes Land sehr wichtig. Die Clausthaler Universität verdanke dem Bergbau- und Hüttenwesen ihr weltweites Ansehen.

Der Beginn der akademischen Bergbauausbildung im Oberharz geht zurück bis ins Jahr 1775. Ebenfalls in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, im Jahr 1762, wurde in der Stadt Schemnitz auf dem Gebiet der heutigen Slowakei die „Societät für Bergbaukunde” gegründet. Insgesamt 154 Mitglieder aus 21 Nationen brachten sich damals in diese erste wissenschaftlich-technische und zugleich länderübergreifende Vereinigung ein. Ziel war ein freier Umgang und Austausch von Wissen. Einige Jahre nach ihrer Gründung schlief die Organisation allerdings wieder ein. Und es dauerte rund 200 Jahre, bis sie 1990 im österreichischen Leoben als Society of Mining Professors/Societät der Bergbaukunde wiedergegründet wurde – mit Professor Wilke als Gründungsmitglied. Heute umfasst die akademische Gemeinschaft etwa 250 Mitglieder und ist weltweit aktiv.

Kontakt:
TU Clausthal
Pressesprecher
Christian Ernst
Telefon: +49 5323 72-3904
E-Mail: christian.ernst@tu-clausthal.de

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