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Hohe Auszeichnung für Clausthaler Schweißtechniker

01.10.2015

Nürnberg. Diplom-Ingenieur Kai Treutler hat den mit 30.000 Euro höchstdotierten deutschen Forschungsförderpreis auf dem Gebiet der Schweißtechnik, den EWM-Award „Physiks of Welding”, gewonnen. Beschäftigt ist der Nachwuchswissenschaftler am Clausthaler Institut für Schweißtechnik und Trennende Fertigungsverfahren, das von Professor Volker Wesling geleitet wird, und bringt sich zudem in das Clausthaler Zentrum für Materialtechnik ein.

TU-Ingenieur Kai Treutler (2. von links) bei der Preisübergabe mit Laudator Professor Steffen Keitel (links), DVS-Präsident Professor Heinrich Flegel und Susanne Szczesny-Oßing, Aufsichtsratschefin der EWM AG. Foto: DVS/Bischof & Broel

TU-Ingenieur Kai Treutler (2. von links) bei der Preisübergabe mit Laudator Professor Steffen Keitel (links), DVS-Präsident Professor Heinrich Flegel und Susanne Szczesny-Oßing, Aufsichtsratschefin der EWM AG. Foto: DVS/Bischof & Broel

Treutler erhält den Preis für seine Arbeit zur Beeinflussung der Lichtbogenstabilität durch dünnfilmbeschichtete Drahtelektroden. Endabsicht seiner Forschung ist es, Schweißspritzer zu reduzieren und die Festigkeit des Schweißgutes zu steigern. Verliehen wurde die Auszeichnung im September in Nürnberg auf einem internationalen Expertentreff der Füge-, Trenn- und Beschichtungstechnik, der DVS Expo. Der vom größten deutschen Hersteller von Lichtbogen-Schweißtechnik (EWM AG) ausgelobte und zum vierten Mal gemeinsam mit dem Deutschen Verband für Schweißen und verwandte Verfahren (DVS) vergebene Preis unterstützt junge Wissenschaftler beim Umsetzen ihrer schweißtechnischen Vision. In seiner Laudatio würdigte Professor Steffen Keitel, Geschäftsführer der Schweißtechnischen Lehr- und Versuchsanstalt Halle GmbH, den herausragenden Ansatz, der hochinteressante Perspektiven eröffne.

Der Preisträger möchte lichtbogenbeeinflussende Effekte durch Dünnfilmbeschichtungen aus metallischen und keramischen Werkstoffen unterschiedlicher Zusammensetzung für Massivdrahtelektroden nutzbar machen. Weiterhin plant er, ein lichtbogenstabilisierendes Beschichtungssystem zu entwickeln, das die mechanischen Eigenschaften des Schweißgutes möglichst nicht verändert. Während die positive Beeinflussung des Lichtbogens beispielsweise durch Stab- und Fülldrahtelektroden bekannt ist, fehlt ein solches Konzept für Massivdrahtelektroden bislang nahezu vollständig.

Erste Untersuchungen von ihm haben ergeben, dass Beschichtungen von zwei bis 15 Mikrometer einen deutlichen Einfluss auf die mechanischen Eigenschaften des Schweißgutes und des Einbrandverhaltens haben können. So kann etwa die Festigkeit des Schweißgutes im Vergleich zu einem nicht beschichteten Grunddraht um 50 Prozent gesteigert werden. Die nun von EWM geförderte Forschung soll die Entwicklung und Anpassung verschiedener Beschichtungssysteme für kunden- und anwendungsspezifische Anforderungen hinsichtlich der Lichtbogenstabilität, des Tropfenübergangs und des Einbrandes vorantreiben.

Es handelt sich folglich um anwendungsnahe Forschung mit dem Ziel, das Wissen zeitnah in die mittelständische Industrie zu transferieren. Treutlers Arbeit steht damit idealtypisch für die Herangehensweise des Clausthaler Zentrums für Materialtechnik (CZM). Im CZM betreut der Ingenieur den Bereich der Dünnschichttechnologien.

Kontakt:
TU Clausthal
Pressesprecher
Christian Ernst
Telefon: +49 5323 72-3904
E-Mail: christian.ernst@tu-clausthal.de

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