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Texturschule findet im Herbst an der TU Clausthal statt

28.07.2015

Clausthal-Zellerfeld. Vom 29. September bis 1. Oktober ist die TU Clausthal Gastgeber einer Texturschule zur Vermittlung theoretischer und praktischer Kenntnisse in der Texturanalytik von Werkstoffen. Ausrichter sind das Clausthaler Zentrum für Materialtechnik und die Abteilung TeXMat des Instituts für Werkstoffkunde und Werkstofftechnik unter Leitung von Professor Heinz-Günter Brokmeier in Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum Geesthacht und dem Heinz-Meier-Leibnitz Zentrum München.

Forschungsreaktor in Garching bei München, an dem Clausthaler Forscher beteiligt sind: Ein Roboter bewegt die Probe, in diesem Fall ein Kupferrohr, im Neutronenstrahl zur Charakterisierung der Textur. Foto: TeXMat

Forschungsreaktor in Garching bei München, an dem Clausthaler Forscher beteiligt sind: Ein Roboter bewegt die Probe, in diesem Fall ein Kupferrohr, im Neutronenstrahl zur Charakterisierung der Textur. Foto: TeXMat

Die Textur, also die Verteilung und Ausrichtung der Kristallite eines Werkstoffes, ist eine der bestimmenden Einflussgrößen für dessen Eigenschaften. Beeinflusst werden dabei nicht nur die mechanischen Eigenschaften des Werkstoffes wie seine Festigkeit oder Verformbarkeit, sondern auch physikalische Eigenschaften wie zum Beispiel die Wärmeleitfähigkeit oder die elektrische Leitfähigkeit und das magnetische Verhalten bei Metallen. Entsprechend ist die Kenntnis der Werkstofftextur von entscheidender Bedeutung zur Werkstoffcharakterisierung, insbesondere wenn es darum geht, durch gezielte Anisotropien spezielle Werkstoffeigenschaften einzustellen.

Das Thema der Texturschule lautet „Vom Flächenzählerbild zur Polfigur” und ist ausgelegt auf das Arbeiten mit modernen Instrumenten der Neutronen-, Synchrotron- und Laborröntgendiffraktometrie. Das Programm umfasst Einführungen in kristallographische Texturen, in Polfiguren und in die Orientierungsverteilungsfunktion. Das Wesentliche aber ist die Praxis im Umgang mit Analysesoftware, um zunächst Polfiguren zu erzeugen. Die Interpretation von Polfiguren beinhaltet auch Einflüsse von Präparation und Messstrategie. An Beispielen werden der Nutzen der Orientierungsverteilungsfunktion und erste Schritte zur Interpretation vermittelt.

Nähere Informationen zur Veranstaltung inklusive der Anmeldemodalitäten finden Sie hier. Da die Teilnehmerzahl auf 25 Personen begrenzt ist, ist eine frühzeitige Anmeldung zu empfehlen.

Hintergrund

Die Abteilung TeXMat des Instituts für Werkstoffkunde und Werkstofftechnik bearbeitet seit vielen Jahren texturrelevante Projekte mittels Laborröntgen-, Neutronen- und Synchrotronstrahlung. Bis zur Abschaltung des Geesthachter Forschungsreaktors FRG-1 am 28. Juni 2010 war die Abteilung seit 1990 in den Aufbau und Betrieb des Texturdiffraktometers TEX-2 involviert. Zur Fortführung dieser erfolgreichen Arbeit beteiligte sich TeXMat aktiv an der Instrumentierung der neuen Forschungsneutronenquelle Heinz-Maier-Leibnitz (FRM II), wirkte an der Ausgestaltung des Materialforschungs-Diffraktometers Stress-Spec mit und implementierte die Texturanalytik. Neben der Ausrüstung des Messplatzes mit einem zurzeit weltweit einmaligen Robotersystem zur automatischen Texturanalyse – ein Projekt des Bundesforschungsministeriums – ist die Ausbildung in Texturanalytik eine Kernaufgabe, um den Nutzerkreis von sehr leistungsfähigen Geräten zu erweitern.

Kontakt:
Technische Universität Clausthal
Institut für Werkstoffkunde und Werkstofftechnik
Clausthaler Zentrum für Materialtechnik
Professor Heinz-Günter Brokmeier
E-Mail: heinz-guenter.brokmeier@tu-clausthal.de
Telefon: + 49 5323/72-2867 oder + 49 4152/87-1207

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