Studienordnung für den
Diplomstudiengang Metallurgie
an der Technischen Universität Clausthal,
Fachbereich Physik, Metallurgie und Werkstoffwissenschaften.

Vom 24. Oktober 2002 (Mitt. TUC 2003, Seite 24)
 
 
 
 

§ 1
Geltungsbereich

(1) Die vorliegende Studienordnung beschreibt auf der Grundlage der Diplomprüfungsordnung für den Studiengang Metallurgie an der Technischen Universität Clausthal vom 9. März 1999, genehmigt vom MWK am 5. Juli 1999 (Az.: 11 B.1-743 01-10) (Mitt. TUC Seite 475), in der Fassung des Fachbereichsratsbeschlusses vom 20. November 2001. Genehmigt vom MWK am 18. Februar 2002 (Az.: 11.3-743 01-10) (Mitt. TUC 2002 Seite 61) Ziele, Inhalte und Aufbau des Studiums.
 
 

§ 2
Berufsfeld

(1) Das Berufsfeld der Absolventen des Studiengangs Metallurgie ist außerordentlich vielfältig. Es umfasst die metallurgische Anreicherung der zu verhüttenden Erze zu Konzentraten, deren Reduktion zu Rohmetallen, die Raffination und Legierung von Metallschmelzen, die Steuerung von Gieß- und Erstarrungs- und Umformprozessen sowie die Erzeugung von Endprodukten mit definierten Werkstoffeigenschaften. Einbezogen ist auch das Recycling von Schrott und Reststoffen, eine Technik, die in der Metallurgie seit langem eingeführt ist.

(2) Im Studiengang Metallurgie werden folgende Studienrichtungen angeboten:

- Prozessmetallurgie und Metallrecycling
- Gießereitechnik
- Werkstoffumformung


(3) Die Berufsfelder dieser drei Studienrichtungen lassen sich - ungeachtet ihrer Unterschiede in wesentlichen Teilbereichen - durch folgende gemeinsame Merkmale kennzeichnen:

-Organisation und Leitung von Betrieben der metallurgischen Industriebranche
-Planung und Überwachung von Verfahren aus technischer und betriebswirtschaftlicher Sicht
-Qualitätskontrolle und Qualitätssicherung
-Sicherheit, Gesundheit und Umweltschutz
-Forschung und Entwicklung
-Staatliche Aufsicht
§ 3
Ziel und Inhalt des Studiums

(1) Ziel des Studiums ist der Erwerb des akademischen Grades "Diplom-Ingenieurin" bzw. "Diplom-Ingenieur".

(2) Das Studium bereitet auf die Tätigkeit des Metallurgie-Ingenieurs in forschungs- und anwendungsbezogenen Tätigkeitsfeldern vor und führt zur Berufsbefähigung. Ziel ist die Ausbildung zum kritischen und verantwortungsbewussten Ingenieur, der selbständig an der technischen und wissenschaftlichen Weiterentwicklung seines Faches mitwirken kann. In diesem Sinne wird auch der Gedanke des interdisziplinären Arbeitens und der Gruppenarbeit als berufsqualifizierende Notwendigkeit gesehen. Durch das Studium sollen Fachkenntnisse und Fähigkeiten erworben werden, die ein problemorientiertes und wissenschaftliches Arbeiten gewährleisten.

(3) Der Studiengang soll die Absolventin bzw. den Absolventen befähigen, die aus dem Berufsfeld resultierenden Anforderungen zu erfüllen. Dementsprechend umfasst die Ausbildung:

- mathematisch-naturwissenschaftliche,
- ingenieurwissenschaftliche,
- werkstoffkundliche und
- wirtschaftswissenschaftliche Grundlagen sowie
- die fachspezifischen Vertiefungen in den jeweiligen Studienrichtungen.

 

§ 4
Zulassungsvoraussetzungen

(1) Voraussetzung für das Studium der Metallurgie ist die allgemeine Hochschulreife oder eine entsprechende fachgebundene Hochschulreife. Weitere Möglichkeiten des Hochschulzuganges können den Zulassungsinformationen des Studentensekretariats entnommen werden.

(2) Darüberhinaus wird empfohlen, bereits vor Aufnahme des Studiums einen Teil der berufspraktischen Tätigkeit abzuleisten. Nähere Einzelheiten regeln die Praktikantenrichtlinien für den Studiengang Metallurgie.
 
 

§ 5
Studienbeginn und Studiendauer

(1) Die Aufnahme des Studiums ist zum Winter- oder zum Sommersemester möglich, wird jedoch zum Wintersemester empfohlen.

(2) Die Regelstudienzeit beträgt einschließlich der Diplomarbeit neun Semester.
 
 

§ 6
Gliederung des Studiums

(1) Innerhalb des Studiengangs Metallurgie besteht nach Abschluß des Grundstudiums die Möglichkeit, sich für die Studienrichtungen Prozessmetallurgie und Metallrecycling oder Gießereitechnik oder Werkstoffumformung zu entscheiden.

(2) Das Studium gliedert sich in ein viersemestriges Grundstudium und ein fünfsemestriges Hauptstudium, einschließlich Diplomarbeit. In das Studium ist ferner die berufspraktische Tätigkeit (Industriepraktikum) eingeordnet. Das Grundstudium wird mit der Diplomvorprüfung, das Hauptstudium mit der Diplomprüfung abgeschlossen.

(3) Im Grundstudium liegt der Ausbildungsschwerpunkt auf den mathematisch-naturwissenschaftlichen Grundlagen, der Einführung in die studienspezifischen Teilgebiete und auf den hierfür notwendigen Arbeitsmethoden. Im Hauptstudium liegen die Schwerpunkte auf der Fachausbildung, selbständiger Arbeit, vertiefter Bearbeitung wissenschaftlicher Fragestellungen sowie auf der Auseinandersetzung mit praxisorientierten Problemen.
 
 

§ 7
Industriepraktikum

(1) Diese berufspraktische Tätigkeit soll den Studenten einen Einblick in die berufliche Praxis sowie die sozialen Verhältnisse der Arbeitswelt vermitteln.

(2) Das Industriepraktikum ist Pflicht; es wird durchgeführt als berufspraktische Tätigkeit im Umfang von insgesamt 26 Wochen nach den Praktikantenrichtlinien für den Studiengang Metallurgie, davon insgesamt 13 Wochen bis zum Abschluss der Diplomvorprüfung. Im Hauptstudium sind weitere 13 Wochen bis zum Beginn der Diplomarbeit abzuleisten.
 

§ 8
Art und Form der Lehrveranstaltungen

(1) Das Studium wird durch Lehrveranstaltungen der Haupt-, Neben- und Wahlfächer strukturiert.

(2) Die Lehrveranstaltungen finden in Form von Vorlesungen (V), Übungen (Ü), Praktika (P) und Seminaren (S) statt.

(3) Die Lehrveranstaltungen werden regelmäßig (in der Regel jährlich) angeboten. Die angebotenen Lehrveranstaltungen werden insgesamt für jedes Semester im Vorlesungsverzeichnis aufgeführt und durch Aushang bekanntgemacht.

(4) In den Vorlesungen wird der Wissensstoff vorgestellt und in den dazugehörigen Übungen (in der Regel durch Bearbeiten von Aufgaben) vertieft. Es wird erwartet, dass die Studierenden den Inhalt der Vorlesungen nacharbeiten.

(5) In den Praktika werden die Studierenden mit wissenschaftlichen Arbeitsmethoden vertraut gemacht. Es besteht die Pflicht zur Teilnahme. Die Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme wird durch die Anfertigung von Protokollen, oder durch Klausuren oder durch mündliche Prüfungen erworben. Die Protokolle sollen sich auf das Wesentliche beschränken.

(6) In den Seminaren stellen die Studierenden das Ergebnis einer Auseinandersetzung mit einem Problem aus dem Fachgebiet in einem mündlichen Vortrag auf der Grundlage einer schriftlichen Ausarbeitung dar. Dem Vortrag schließt sich eine Diskussion an. Es besteht Teilnahmepflicht.
 
 

§ 9
Prüfungsleistungen

(1) Die Diplomvorprüfung besteht aus Fachprüfungen und die Diplomprüfung aus Fachprüfungen, der Studien- und der Diplomarbeit. Eine Fachprüfung kann aus einer oder mehreren Prüfungsleistungen bestehen. Prüfungsleistung einer Fachprüfung kann eine Klausur, mündliche Prüfung oder Studienarbeit sein.

(2) Die Fachprüfungen und die Studienarbeit werden studienbegleitend abgelegt. Die Bewertung eines Haupt-, Neben- und Wahlfaches kann sich anteilig (nach Wahl des Prüfers/der Prüfer) entsprechend der Stundenzahl aus Einzelprüfungen zu den in § 11 aufgeführten Lehrveranstaltungen zusammensetzen. Dies gilt insbesondere für die Hauptfächer:


(3) Der Antrag auf Zulassung zu einer Prüfungsleistung ist schriftlich beim Prüfungsamt zu stellen. Hierbei sind vom Prüfungsausschuss festgelegte Zeiträume zu beachten. Die Zulassung zu einer Prüfungsleistung setzt den Nachweis der dazugehörigen Prüfungsvorleistungen voraus.

(4) Als Prüfungsvorleistungen für die Diplomprüfung gelten die in der Spalte "Prüfungsvorleistungen" in § 11 eingetragenen Seminare und Praktika und teilweise Übungen. Sie sind vor Beginn der Diplomarbeit abzuleisten. Es ist eine Bestätigung der erfolgreichen Teilnahme erforderlich. Prüfungsvorleistung der Diplomprüfung ist ferner die Teilnahme an Exkursionen von insgesamt 14 Tagen Dauer, mindestens eine Woche im Fach der Studienrichtung.

(5) Voraussetzung für die Anmeldung zur Diplomarbeit ist der Nachweis über 26 Wochen berufspraktische Tätigkeit.

(6) Näheres regelt die Diplomprüfungsordnung Metallurgie.
 
 

§ 10
Studienarbeit und Diplomarbeit

(1) In der Studienarbeit sowie in der Diplomarbeit sollen Probleme mit wissenschaftlichen Methoden eigenständig unter Anleitung bearbeitet und schriftlich dargestellt werden. Die schriftliche Darstellung muss klar verständlich und vollständig sein. Diese Arbeiten stellen einen besonders wichtigen Teil der Ausbildung dar.

(2) Die Studienarbeit umfasst die eigenständige Bearbeitung einer experimentellen, planerischen oder theoretischen Aufgabe und deren schriftliche Darstellung. Die Bearbeitungsdauer beträgt in der Regel 3 Monate. Themen werden von den Professoren des Fachbereichs Physik, Metallurgie und Werkstoffwissenschaften angeboten.

(3) In der Diplomarbeit ist ebenfalls ein experimentelles, planerisches oder theoretisches Thema eigenständig zu bearbeiten und schriftlich darzustellen, wobei der Zeitrahmen vom Prüfungsamt überwacht wird. Vor Beginn der Arbeit ist beim Prüfungsamt ein schriftlicher Antrag zu stellen. Dabei wählt die/der Studierende im allgemeinen vorher Thema und Betreuer aus dem Angebot der Institute des Fachbereichs Physik, Metallurgie und Werkstoffwissenschaften. Mit der schriftlichen Bekanntgabe des Themas beginnt die Bearbeitungszeit von sechs Monaten. Verlängerungen sind nur im Ausnahmefall nach schriftlich begründetem Antrag an den Prüfungsausschuss möglich.
 
 

§ 11
Umfang des Studiums

(1) Ein ordnungsgemäßes Grundstudium schließt die Teilnahme an folgenden Lehrveranstaltungen ein:
 
  Prüfungsvorleistungen
Hauptfach Mathematik 
Ingenieurmathematik I
Ingenieurmathematik II
Ingenieurmathematik III
4V 2Ü
4V 2Ü
2V 2Ü
Hauptfach Physik
Experimentalphysik I
Experimentalphysik II
Einführung in d. physikalischen Praktikum A
Physikalisches Praktikum A
3V 1Ü
3V 1Ü
1V
3P

 
  Prüfungsvorleistungen
Hauptfach Anorganische Chemie
Anorganische Experimentalchemie I
Anorganische Experimentalchemie II
Anorganisches Praktikum II
(Instrumentelle Analytik)
3V
3V
2P
Hauptfach Technische Mechanik
Technische Mechanik I 3V 2Ü
Hauptfach Elektrotechnik
Grundlagen der Elektrotechnik I
Grundlagen der Elektrotechnik II
Praktikum zu Elektrotechnik I
Praktikum zu Elektrotechnik II
2V 1Ü
2V 1Ü
1 P
1 P
Hauptfach Physikalische Chemie
Physikalische Chemie I
Physikalisch-chemisches Praktikum
Rechenübung zur Physikalischen Chemie I
3 V
3 P
1 Ü
Hauptfach Datenverarbeitung
Datenverarbeitung für Ingenieure I
Einführung in das Programmieren
Programmierpraktikum
1 V
2 V
2 P
Hauptfach Einführung in die organische Chemie 2V
Hauptfach Thermochemie der Werkstoffe 2V 1Ü
Hauptfach Einführung in die metallurgische Prozesstechnik 2V 1Ü
Hauptfach Grundlagen der Werkstoffkunde
Grundlagen der Werkstoffkunde I
Grundlagen der Werkstoffkunde II
2V 1Ü
2V 1Ü
Hauptfach Werkstoffkunde der Metalle
Werkstoffkunde der Metalle I 2V 1Ü
Hauptfach Werkstoffkunde der Polymere I 2V 1Ü
Hauptfach Werkstoffkunde Glas-Keramik-Bindemittel 2V 1Ü

 

(2) Ein ordnungsgemäßes Hauptstudium schließt die Teilnahme an folgenden Lehrveranstaltungen ein:

Studiengang Metallurgie, Fachprüfungen für alle Studienrichtungen
 
  Prüfungsvorleistungen
Hauptfach Gleichgewicht, Transport und Reaktion
Heterogene Gleichgewichte
Stoff-, Impuls- und Wärmetransport
Mikro- und Makrokinetik
2V 1Ü
2V 1Ü
2V 1Ü
Hauptfach Werkstoffkunde
Grundlagen der Werkstoffprüfung I
Grundlagen der Werkstoffprüfung II
Werkstoffkunde der Stähle I
Werkstoffkunde der Stähle II
Werkstoffkunde der Nichteisenmetalle
1V
1V 1Ü
1V 1Ü
1V
2V 1Ü
Hauptfach Werkstofftechnik
Grundlagen der Messtechnik
Grundlagen der Umformtechnik
Oberflächentechnik
2V 1Ü
2V 1Ü
2V 1Ü
Hauptfach Prozesstechnik
Metallurgische Verfahrenstechnik
Modellierung metallurgischer Prozesse
Erstarrungs- und Schmelzprozesse
2V 1Ü
2V 1Ü
2V 1Ü
Hauptfach Umweltschutz
Industrieller Umweltschutz I
Industrieller Umweltschutz II
Recycling von Metallen
1V 1Ü
1V
2V 1Ü
Nebenfach Maschinenlehre
Maschinenlehre I, II 4V 2Ü
Nebenfach Betriebswirtschaftslehre
Einf. i. d. Betriebswirtschaftslehre
Kosten- und Wirtschaftlichkeitsrechnung
1V/Ü
2V/Ü
 
1 Studienarbeit
1 Diplomarbeit
6 SWS
15 SWS

 

Studiengang Metallurgie, Fachprüfungen für die Studienrichtung
Prozessmetallurgie und Metallrecycling
 
  Prüfungsvorleistungen
Hauptfach Prozessmetallurgie und Metallrecycling
Metallurgie der Roheisenerzeugung
Metallurgie der Stahlerzeugung
Metallurgie der Nichteisenmetallerzeugung
Metallurgie der Halbleiter und Reinstmetalle
Seminar Metallurgie
Seminar Metallurgische Anlagen
Praktikum Metallurgie
2V 1Ü
2V 1Ü
2V 1Ü
2V 1Ü
3S
3S
3P

 

Studiengang Metallurgie, Fachprüfungen für die Studienrichtung
Gießereitechnik
 
Hauptfach Gießereitechnik
Gießereikunde I, II
Werkstoffkunde der Gusslegierungen
Konstruktion, Modellierung und Simulation in der Gießereitechnik
Auswahl aus Hauptfach Prozessmetallurgie und Metallrecycling
Seminar Gießereitechnik
Praktikum Gießereitechnik
4V 2Ü
2V 1Ü
2V 1Ü

2V 1Ü

3S
3P

 

Studiengang Metallurgie, Fachprüfungen für die Studienrichtung
Werkstoffumformung
 
Hauptfach Werkstoffumformung
Technische Formgebungsverfahren I, II
Plastomechanik I, II
Modellierung umformtechnischer Prozesse
Seminar Umformtechnik
Praktikum Umformtechnik
4V 2Ü
4V 2Ü
2V 1Ü
3S
3P

Vor Ableistung der Prüfungsvorleistungen und der Studienarbeit im Hauptstudium wird der Besuch der Lehrveranstaltungen in den jeweiligen Hauptfächern Prozessmetallurgie und Metallrecycling bzw. Gießereitechnik bzw. Werkstoffumformung empfohlen.
 
 

Zusätzliche Lehrveranstaltungen für alle Studienschwerpunkte

Wahlfächer

Es müssen insgesamt 2 Wahlfächer derart belegt werden, dass mindestens 6 Semesterwochenstunden in der Summe erreicht werden, je Fach mindestens 3 Semesterwochenstunden. Ist eines der Wahlfächer für die Studentin/den Studenten bereits als Haupt- oder Nebenfach vorgeschrieben, so kann es nur insoweit als Wahlfach gewählt werden, wie es über deren Umfang hinausgeht. Die Wahlfächer können aus dem Lehrangebot der TU Clausthal ausgewählt werden. Die gewählten Fächer müssen durch den Studienfachberater genehmigt werden.

(3) Modellstudienpläne sind in Anlage 1 wiedergegeben.


§ 12
Zulassungsvoraussetzungen für Praktika

(1) Für Lehrveranstaltungen mit beschränkter Teilnehmerzahl erfolgt die Zulassung in der Reihenfolge der Anmeldung.

(2) Die Diplomprüfungsordnung Metallurgie legt den Umfang der Lehrveranstaltungen fest, deren erfolgreiche Absolvierung Vorleistung für die Anmeldung zur dazugehörigen Prüfungsleistung der Diplomvorprüfung und Diplomprüfung sind.
 
 

§ 13
Anrechnung von Studienleistungen

Die Anrechenbarkeit von Studienleistungen, die in anderen Studiengängen, an anderen Hochschulen der Bundesrepublik Deutschland und an Hochschulen des Auslandes erbracht worden sind, ist in § 6 der Diplomprüfungsordnung Metallurgie geregelt.
 
 
 
 

Anlage 1: Modellstudienpläne
 
 

Studienplan, Grundstudium

  Wintersemester Sommersemester Wintersemester Sommersemester
Std. 1. Semester 2. Semester 3. Semester 4. Semester
1 Ingenieurmathematik I

4V/2Ü

W0110

Ingenieurmathematik II

4V/2Ü

S0120

Ingenieurmathematik III

2V/2Ü

W0125

Physikalisch-Chemisches

Praktikum 3P, S3253

2
3
4 Grundlagen der Elektrotechnik II

2V/1Ü/1P

S8801, S8851

5 Grundlagen der Elektrotechnik I

2V/1Ü/1P

W8800, W8850

6
7 Experimentalphysik I

3V/1Ü

W2101, W2102

Experimentalphysik II

3V/1Ü

S2105, S2106

8 Thermochemie der 

Werkstoffe

2V/1Ü, S7002

9 Physikalische Chemie I

3V/1Ü

W3201, W3203

10
11 Datenverarbeitung f. Ingenieure I, 1V, W8731, Einf. in d. Programmieren,

2V/2P, W0000, W0001

Physikalisches Praktikum A, 3P, S2250 Werkstoffkunde Glas-

Keramik-Bindemittel

2V/1Ü, S7801

12
13 Anorg. Chem. Pr. II

2P, W3056

14 Anorganische Experimental-

chemie II, 3V, S3003

Einf. in d. metallurg. Prozesstechnik

2V/1Ü, S7000

15 Grundlagen der Werkstoffkunde II

2V/1Ü, W7307

16 Anorganische Experimental-

chemie I, 3V, W3003

17 Einf. in die organische

Chemie, 2V, S3101

Werkstoffkunde der

Metalle I

2V/1Ü, S7306

18 Werkstoffkunde der

Polymere

2V/1Ü, W7901

19 Einf. Pr.A, 1V, W2110 Technische Mechanik I

3V, 2Ü

S8001

20 Grundlagen der Werkstoffkunde I

2V/1Ü, W7306

 
21    
22    
23      
24        
25        
26        
27        
å 22 SWS 23 SWS 20 SWS 19 SWS
Gesamtaufwand 84 SWS
 
 
 
 

Studienplan Hauptstudium, Studienrichtung Prozessmetallurgie und Metallrecycling

  Wintersemester Sommersemester Wintersemester Sommersemester
Std. 5. Semester 6. Semester 7. Semester 8. Semester
1 Metallurgie der Nicht-

eisenmetallerzeugung 2V/1Ü, W7916

Metallurgie der Stahl-

erzeugung 2V/1Ü

S7905

Seminar Metallurgie

3S, W7970

Seminar Metallurgische Anlagen, 3S, S7970
2
3
4 Metallurgie der Roheisenerzeugung 2V/1Ü, W7904 Metallurgie der Halbleiter und Reinstmetalle 2V/1Ü, S7906 Praktikum Metallurgie

3P, W7950

Modellierung

metallurg. Prozesse 2V/1Ü, S7903

5
6
7 Werkstoffkunde der NE-Metalle

2V/1Ü, W7321

Recycling von Metallen

2V/1Ü, S7904

Erstarrungs- und

Schmelzprozesse 2V/1Ü, W7902

Maschinenlehre II

2V/1Ü, S8307

8
9
10 Werkstoffkunde der Stähle I, 1V/1Ü, W7317 Wkde. St. II, 1V, S7318 BWL 1V, W6604*) Einf. Kost.- u. Wirtsch. Rechnung 2V/Ü, S6680
11 Metallurgische 

Verfahrenstechnik 2V/1Ü, S7902

Mikro- und Makrokinetik

2V/1Ü, W7900

12 Grundlagen der Umformtechnik

2V/1Ü, W7909

Wahlpflichtfach 2

2V/1Ü

13
14 Stoff-, Impuls- und

Wärmetransport

2V/1Ü, S7900

Maschinenlehre I

2V/1Ü, W8107

15 Heterogene Gleich-

gewichte

2V/1Ü, W7906

Studienarbeit
16
17 Oberflächentechnik I B,

1V/1Ü, S7909

Messtechnik I

2V/1Ü, W8905

18 Obfl.Tech.IA,1V, W7907
19 Ind. Um.sch. I, 1V/1Ü W8613 Ind.Um.sch.II,1V, S8613
20 Grdl. Werk.prüf.II

1V/1Ü, S7340, S7341

Wahlpflichtfach 1

2V/1Ü

21 G.Werk.prüf.1V, W7322  
22      
23        
24        
25        
26        
27        
å 21 SWS 21 SWS 22 SWS 20 SWS
*) ½ Semester der Vorlesung "Einführung in die Betriebswirtschaftslehre"
Gesamtaufwand 84 SWS
Nach dem achten Semester folgt die Diplomarbeit.
Regelstudiendauer: 9 Semester
 
 
 
 
 

Studienplan Hauptstudium, Studienrichtung Gießereitechnik

 
  Wintersemester Sommersemester Wintersemester Sommersemester
Std. 5. Semester 6. Semester 7. Semester 8. Semester
1 Auswahl aus Prozess-metallurgie und Metallrecycling 2V/1Ü Gießereikunde II

2V/1Ü, S7914

Praktikum Gießereitechnik 3P W7952 Konstr., Modell. u. Sim. in der Gießerei- technik 2V/1Ü, S7916
2
3
4 Gießereikunde I

2V/1Ü, W7914

Werkstoffkunde der Gusslegierungen 

2V/1Ü, S7915

Erstarrungs- und

Schmelzprozesse 2V/1Ü, W7902

Seminar Gießereitechnik 3S S7972
5
6
7 Werkstoffkunde der NE-Metalle

2V/1Ü, W7321

Recycling von Metallen

2V/1Ü, S7904

Mikro- und Makrokinetik

2V/1Ü ,W7900

Modellierung

metallurg. Prozesse 2V/1Ü, S7903

8
9
10 Werkstoffkunde der Stähle I, 1V/1Ü W7317 Wkde. St. II, 1V, S7318 BWL 1V, W6604*) Maschinenlehre II

2V/1Ü, S8307

11 Metallurgische 

Verfahrenstechnik 2V/1Ü, S7902

Maschinenlehre I

2V/1Ü, W8107

12 Grundlagen der Umformtechnik

2V/1Ü, W7909

13 Einf. Kost.- u. Wirtsch. Rechnung 2V/Ü, S6680
14 Stoff-, Impuls- und

Wärmetransport

2V/1Ü, S7900

Messtechnik I

2V/1Ü, W8905

15 Heterogene Gleich-

gewichte

2V/1Ü, W7906

Wahlpflichtfach 2

2V/1Ü

16
17 Oberflächentechnik I B,

1V/1Ü, S7909

Wahlpflichtfach 1

2V/1Ü

18 Obfl.Tech.IA,1V, W7907 Studienarbeit
19 Ind. Um.sch. I, 1V/1Ü W8613 Ind.Um.sch.II,1V, S8613
20 Grdl. Werk.prüf.II

1V/1Ü, S7340, S7341

 
21 G.Werk.prüf.1V, W7322  
22      
23      
24        
25        
26        
27        
å 21 SWS 21 SWS 19 SWS 23 SWS
*) ½ Semester der Vorlesung "Einführung in die Betriebswirtschaftslehre"
Gesamtaufwand 84 SWS
Nach dem achten Semester folgt die Diplomarbeit.
Regelstudiendauer: 9 Semester
 
 
 

Studienplan Hauptstudium, Studienrichtung Werkstoffumformung

 
  Wintersemester Sommersemester Wintersemester Sommersemester
Std. 5. Semester 6. Semester 7. Semester 8. Semester
1 Techn. Formgebungs-

Verfahren II

2V/1Ü, W7910

Techn. Formgebungs-

Verfahren I

2V/1Ü, S7910

Praktikum Umformtechnik 3P W7951 Seminar Umformtechnik 3S, S7971
2
3
4 Plastomechanik I

2V/1Ü, W7911

Plastomechanik II 

2V/1Ü, S7911

Modellierung umform-

techn. Prozesse

2V/1Ü, W7912

Modellierung

metallurg. Prozesse 2V/1Ü, S7903

5
6
7 Werkstoffkunde der NE-Metalle

2V/1Ü, W7321

Recycling von Metallen

2V/1Ü, S7904

Erstarrungs- und

Schmelzprozesse 2V/1Ü, W7902

Maschinenlehre II

2V/1Ü, S8307

8
9
10 Werkstoffkunde der Stähle I, 1V/1Ü W7317 Wkde. St. II, 1V, S7318 Mikro- und Makrokinetik

2V/1Ü ,W7900

Einf. Kost.- u. Wirtsch. Rechnung 2V/Ü, S6680
11 Metallurgische 

Verfahrenstechnik 2V/1Ü, S7902

12 Grundlagen der Umformtechnik

2V/1Ü, W7909

Wahlpflichtfach 2

2V/1Ü

13 BWL 1V, W6604*)
14 Stoff-, Impuls- und

Wärmetransport

2V/1Ü, S7900

Maschinenlehre I

2V/1Ü, W8107

15 Heterogene Gleich-

gewichte

2V/1Ü, W7906

Studienarbeit
16
17 Oberflächentechnik I B,

1V/1Ü, S7909

Messtechnik I

2V/1Ü, W8905

18 Obfl.Tech.IA,1V, W7907
19 Ind. Um.sch. I, 1V/1Ü W8613 Ind.Um.sch.II,1V, S8613
20 Grdl. Werk.prüf.II

1V/1Ü, S7340, S7341

Wahlpflichtfach 1

2V/1Ü

21 G.Werk.prüf.1V, W7322  
22      
23        
24        
25        
26        
27        
å 21 SWS 21 SWS 22 SWS 20 SWS
*) ½ Semester der Vorlesung "Einführung in die Betriebswirtschaftslehre"
Gesamtaufwand 84 SWS
Nach dem achten Semester folgt die Diplomarbeit.
Regelstudiendauer: 9 Semester



 

Bestimmungen zum Erwerb eines Doppeldiploms gemäß § 2 Abs. 2 der Diplomprüfungsordnung zum Studiengang Metallurgie

1. Zwischen der TU Clausthal, Fachbereich Physik, Metallurgie und Werkstoffwissenschaften, und derzeit der/folgenden Partnerhochschule(n) - Université de Metz, F (Abschluß DEA) besteht ein / bestehen jeweils bilaterale(s) Abkommen über die Verleihung eines Doppeldiploms. Der gleichzeitige Erwerb der Abschlüsse der TU Clausthal sowie der/einer der obengenannten Partnerhochschule(n) setzt voraus, daß

a) in der Regel zwei reguläre Studiensemester an der Partnerhochschule studiert werden,
b) die jeweilige Fremdsprache ausreichend beherrscht wird,
c) die Diplomarbeit von jeweils einer Prüferin oder einem Prüfer der beteiligten Partnerhochschulen betreut und
d) der jeweilige Studiengang an der Heimathochschule mit Erfolg beendet wird.


2. Die beteiligten Hochschulen stellen in Absprache miteinander das Studienprogramm an der Partnerhochschule zusammen, so daß gewährleistet ist, daß die im Ausland erbrachten Prüfungs- und Studienleistungen an der Heimathochschule anerkannt werden. In der Regel sind mindestens die folgenden, nach Art und Umfang gleichwertigen Fächer aus dem Lehrangebot der Partnerhochschule zu absolvieren:

a) zwei Hauptfächer,
b) zwei Nebenfächer,
c) die Diplomarbeit.
Der zeitliche Umfang der Lehrveranstaltungen beträgt dabei insgesamt mindestens 30 SWS.

3. Die Studierenden müssen an der jeweiligen Partnerhochschule eingeschrieben sein.

4. Ergänzende oder abweichende Bestimmungen regeln die jeweiligen Abkommen.
 
 

Modularisierung des Studiums

Die in der Studienordnung aufgeführten Lehrveranstaltungen sind zum großen Teil in sich geschlossene Module, die im allgemeinen aus jeweils drei Semesterwochenstunden bestehen und mit einer Prüfungsleistung abgeschlossen werden können. Diese Regelung bietet Studenten aus dem In- und Ausland die Voraussetzung für eine gegenseitige Anerkennung von Studienleistungen und ermöglicht ein flexibles Studium auch unter Einbeziehung von Auslandsaufenthalten. Hierzu sind alle Lehrveranstaltungen nach dem europäischen System zur Anrechnung von Studienleistungen (ECTS) bewertet. Die ECTS-Anrechnungspunkte der Lehrveranstaltungen sind im kommentierten Vorlesungsverzeichnis der Technischen Universität Clausthal unter der Adresse http://www.tu-clausthal.de/odin/ zu finden. Hinsichtlich der Anerkennung von Studienleistungen können sich die Studierenden an den Studienfachberater wenden.
 

Stipendien

Neben der bekannten Studienförderung nach dem BaföG besteht für die Studierenden des Studienganges Metallurgie auf Antrag eine Förderung durch den Verein Deutscher Eisenhüttenleute (VDEh) Abt. Berufsinformation Studienförderung Weiterbildung, Sohnstraße 65, 40237 Düsseldorf, und die Gesellschaft für Bergbau, Metallurgie, Rohstoff- und Umwelttechnik (GDMB), Paul-Ernst-Straße 10, 38678 Clausthal-Zellerfeld.
 



 

Praktikantenrichtlinien

 

Dauer, Art und Zweck des Industriepraktikums

Das Industriepraktikum ist Pflicht. Es soll den Studierenden einen Einblick in die praktischen Grundlagen des Ingenieurwesens sowie die sozialen Verhältnisse der Arbeitnehmer vermitteln. Es soll vertraut machen mit dem künftigen Arbeitsbereich.

Die Dauer des Industriepraktikums beträgt insgesamt 26 Wochen. Vor Studienbeginn und im Grundstudium sind insgesamt 13 Wochen abzuleisten. Im Hauptstudium folgen weitere 13 Wochen.

Das Industriepraktikum wird vom Studienfachberater betreut. Der Studienfachberater berät und informiert, vermittelt jedoch in der Regel keine Praktikantenstellen. Die Praktikanten bewerben sich direkt bei geeigneten Firmen. Das zuständige Arbeitsamt, die Industrie- und Handelskammer und einige Fachverbände sind bei der Vermittlung von Stellen behilflich.
 
 

Ausbildungsbetriebe

Für die berufspraktische Tätigkeit kommen Unternehmen, Betriebe und Körperschaften in Betracht, bei denen Einsicht in moderne Betriebs-, Planungs- und Entwicklungsverfahren und in die Produktions- und Prozesstechnik, in wirtschaftliche Arbeitsweisen und in die sozialen Bedingungen heutiger Arbeitsverhältnisse geboten wird. Die Tätigkeitsfelder sollen im Bereich der industriellen Gewinnung und Verarbeitung von Metallen liegen. Die zweite Hälfte des Praktikums soll in einem Betrieb abgeleistet werden, dessen Tätigkeitsfeld dem gewählten Studienschwerpunkt entspricht.
 
 

Stellung des Praktikanten im Betrieb

Die Praktikanten sind während ihrer praktischen Ausbildung in jeder Hinsicht der Betriebsordnung unterworfen. Eine Berufsschulpflicht für Hochschulpraktikanten besteht nicht.
 
 

Versicherung

Praktikanten sind für ihre Unfall- und Krankenversicherung selbst verantwortlich. Dabei ist besonders sicherzustellen, daß bei einem Praktikum vor Studienbeginn oder bei einem Auslandspraktikum kein versicherungsloser Zustand eintritt.
 
 

Berichterstattung über die Praktikantentätigkeit

Über die praktische Tätigkeit ist ein tabellarischer, nach Wochen geordneter Tätigkeitsbericht anzufertigen. Die Aufzeichnungen sollen in übersichtlicher Form wiedergeben, in welchen Betrieben und Abteilungen gearbeitet wurde und welche praktischen Probleme Gegenstand der Tätigkeit waren.

Vom Ausbildungsbetrieb ist ein Zeugnis oder ein Tätigkeitsnachweis einzuholen, aus dem die Art und Dauer der einzelnen Tätigkeiten hervorgeht.
 
 

Anerkennung der praktischen Tätigkeit

Die Anerkennung der praktischen Tätigkeit erfolgt durch den Studienfachberater. Dazu müssen Zeugnisse bzw. Tätigkeitsnachweise der Ausbildungsbetriebe im Original und der Tätigkeitsbericht eingereicht werden. Zeugnissen, die nicht in deutscher oder englischer Sprache abgefaßt sind, müssen beglaubigte Übersetzungen ins Deutsche beigefügt werden.

Die Ausbildungszeit in einem Betrieb muss ununterbrochen mindestens 2 Wochen betragen. Fehlzeiten durch Krankheit oder Urlaub werden nicht angerechnet.

Praktische Tätigkeit als Werkstudent bzw. Hilfsarbeiter oder eine Lehre werden anerkannt, wenn aus den Firmenzeugnissen bzw. Tätigkeitsnachweisen eindeutig hervorgeht, dass die Tätigkeit diesen Richtlinien entspricht. Das gleiche gilt für praktische Tätigkeiten während des Wehr- oder Ersatzdienstes. Nicht anerkannt werden praktische Tätigkeiten während der Schulzeit. Dies gilt auch für praktische Tätigkeiten an Technischen Gymnasien.
 
 

Industriepraktikum im Ausland

Den Studierenden wird empfohlen, das Industriepraktikum auch in ausländischen Betrieben durchzuführen. Geeignete Praktikantenstellen vermittelt u.a. das Akademische Auslandsamt der Technischen Universität Clausthal. Das Akademische Auslandsamt und das Zentrum für Technologietransfer und Weiterbildung der Technischen Universität Clausthal (ZTW) beraten auch über Förderungsmöglichkeiten von Auslandspraktika, z.B. im Rahmen europäischer Aktionsprogramme.
 
 



 

Besondere Erläuterungen zur Studienordnung Metallurgie
an der Technischen Universität Clausthal

In dieser Anlage sollen die in der Studienordnung ausgewiesenen Festlegungen und Wahlmöglichkeiten so begründet werden, dass sie im Hinblick auf die wissenschaftlichen und berufspraktischen Ziele des Studiums, die hochschuldidaktischen Anforderungen, die Möglichkeiten zur Wahrnehmung weiterer Lehrangebote und zum Erwerb weiterer Qualifikationen sowie auf die Übereinstimmung der tatsächlichen Studienzeit mit der Regelstudienzeit überprüfbar sind (NHG, §14, Abs. 3).
 

Metallurgie als wissenschaftliche Disziplin

Metallurgie ist die Ingenieurwissenschaft von der Gewinnung der Metalle aus Erzen, über die Einstellung der Eigenschaften durch Legieren und Prozessführung, der Formgebung der Metalle durch Gieß- und Umformverfahren bis hin zu den Recyclingmethoden, nach denen gebrauchte Metalle, Legierungen und Rückstände in den Nutzungskreislauf zurückgeführt werden. Die modernen Metallgewinnungs- und -verarbeitungsverfahren sind überwiegend Hochtemperaturprozesse. Daneben werden aber auch Verfahren bei niedrigen Temperaturen durchgeführt wie Laugungs- und Elektrolyse-Verfahren. Bei aller Vielfalt und Vielseitigkeit beruht die Metallurgie auf einer geordneten, wissenschaftlichen Basis: Sie besteht aus der Thermochemie der Stoffe, Reaktionen und Mischphasen sowie den Existenzbedingungen von Phasen und Phasengemengen. Mikro- und Makrokinetik sowie Strömungsmechanik sind die Grundlagen zur quantitativen Beschreibung der Umsatzgeschwindigkeit metallurgischer Reaktionen. Unter Einbeziehung der Reaktionstechnik entsteht so das Gebäude der metallurgischen Reaktortheorie.

Auf nahezu allen Gebieten der Metallurgie hat die wissenschaftliche Durchdringung der Prozesse einen hohen Stand erreicht. Auf dieser Basis werden in der gegenwärtigen Entwicklung Teilprozesse mathematisch modelliert und die Teilprozesse zu Simulationsmodellen zusammengefaßt. Neue Methoden der Steuerungstechnik wie Fuzzy Logic oder Neuronale Netze finden in der Metallurgie breite Anwendung. Der Einsatz von Datenbanken und die Nutzung von Expertensystemen sind Stand der Technik.
 
 

Struktur des Studiengangs Metallurgie

Im Grundstudium des Studienganges Metallurgie werden die Basiskenntnisse in der Mathematik, der Technischen Mechanik und in den Naturwissenschaften Chemie und Physik vermittelt. Vergleichsweise breiten Raum nimmt die Datenverarbeitung ein. Das Grundstudium umfasst auch Einführungsvorlesungen über die Werkstoffklassen (Metalle, Glas, Keramik, Kunststoff), über die Thermochemie der Werkstoffe und über die metallurgische Prozesstechnik.

Im Hauptstudium werden diese Kenntnisse vertieft durch Lehrveranstaltungen in den Hauptfächern Werkstoffkunde, Werkstofftechnik und Prozesstechnik. Das Hauptfach "Gleichgewicht, Transport und Reaktion" knüpft an die Methodik der Naturwissenschaften an und ergänzt sie durch technisch geprägte Vorstellungen. Einen weiteren Schwerpunkt bildet der Umweltschutz. Die Grundlagen der Elektrotechnik (dem Grundstudium zugeordnet), der Maschinenlehre und der Betriebswirtschaft sind unentbehrliche Kenntnisse des in der Produktion arbeitenden Ingenieurs.

In den speziellen Lehrveranstaltungen der Studienrichtung Prozessmetallurgie und Metallrecycling stehen die Reduktionsvorgänge im Hochofen, im Schachtofen oder in der Wirbelschicht, die Stahlerzeugung in Konvertern und Elektrolichtbogenöfen sowie die Raffination und Legierung von Stahlschmelzen sowie die Gewinnung und das Recycling der Schwermetalle Kupfer, Blei und Zink sowie der Leichtmetalle Aluminium und Magnesium im Vordergrund. Große Bedeutung hat auch die Herstellung von hochreinen Metallen durch Elektrolyse-, Destillations- und Zonenschmelzverfahren. - Die Studienrichtung Gießereitechnik befasst sich mit den vielfältigen Gießverfahren vom Stranggießen über das Hohl- und Vollformgießen bis zum Feingießen. Zum Einschmelzen, Raffinieren und Legieren der metallischen Einsatzstoffe werden Kupolöfen und Elektroöfen genutzt. Der Formenbau und die Anwendung von Formstoffen sind weitere Aspekte der Ausbildung. Von großem werkstofftechnischem Interesse ist die Gefügeentwicklung bei der Erstarrung der Metalle und Legierungen. Die Studienrichtung Werkstoffumformung vermittelt die erforderlichen Kenntnisse zur Formgebung metallischer und nichtmetallischer Werkstoffe und deren Kombinationen miteinander in Form von bedarfsangepassten Multi-Material-Systemen oder auch Sandwichverbunden. Neben der Formgebung stehen Fragen der Prozessführung und die Einstellung der Werkstoffeigenschaften durch eine geeignete Prozessstrategie im Vordergrund.
 

Umweltschutz in der Metallurgie

Metalle können beliebig oft in den metallurgischen Prozess zurückgeführt werden. Die Technik des Recyclings von Metallen wird seit Jahrhunderten durchgeführt und ist in den letzten Jahrzehnten ausgebaut und verfeinert worden. In dieser Hinsicht haben Unternehmen der Metallurgie und der Schrottwirtschaft Vorbildliches geleistet, z. B. in der Verwertung von alten Fahrzeugkarossen. Auch mineralische Formstoffe der Gießereitechnik werden durch Aufbereiten und Regeneration im Kreislauf geführt. Hingewiesen sei auf die neue Entwicklung, Kunststoff-Altmaterialien im Hochofenprozess stofflich zu verwerten.

Die Metallgewinnungs- und Metallaufarbeitungsverfahren erfordern den Einsatz großer Energiemengen. Aus dieser Situation erwächst der Metallurgie eine besondere gesellschaftliche Verantwortung. Der sparsame Umgang mit den Ressourcen Einsatzstoffe und Energie ist deshalb ein Schwerpunktthema der metallurgischen Entwicklung. Die Erfolge auf diesem Gebiet können sich sehen lassen: Der spezifische Energieverbrauch der Stahlindustrie ist seit 1975 um rd. 30 % gesunken, das gleiche gilt für die CO2-Emission. Große Fortschritte wurden auch erzielt in der Reinhaltung der Luft und des Wassers. Die Themen Umweltschutz, Recycling und Reststoffverwertung sind Schwerpunkte in den Lehrveranstaltungen des Studienganges Metallurgie.
 

Besonderheiten des Studienganges Metallurgie an der TU Clausthal

Der Studiengang Metallurgie an der TU Clausthal zeichnet sich durch die Betonung der metallurgischen Prozesstechnik aus. Aufbauend auf den Grundlagen der Thermodynamik und der Reaktionskinetik, werden die technischen Grundoperationen entwickelt und die industriellen Verfahren dargestellt. Großen Raum nimmt in den Lehrveranstaltungen auch die Anlagentechnik und die Anlagenplanung ein.

Die Absolventen des Studienganges Metallurgie finden Berufspositionen nicht nur in der Stahl-, Gießerei- und Metallindustrie sondern auch in der Branche des Anlagenbaus und der Zulieferindustrie. Der Berufsstart nach dem Studium wird dadurch erleichtert, daß die Professoren der Fachrichtung Metallurgie enge Kontakte zu Wirtschaft und Industrie pflegen. Die Berufsaussichten der Absolventen des Studienganges Metallurgie können als gut bis sehr gut bezeichnet werden.

Regelstudienzeit
Aus der Studienordnung und dem detaillierten Studienplan für das Grund- und Hauptstudium ergibt sich, dass das Diplomstudium in der Regelstudienzeit von 9 Semestern absolviert werden kann.
 
 


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Letzte Änderung  19. März  2003  - Dez.5 - I. Neuse