Verwaltungshandbuch
 

 

 

Studienordnung
 für den Studiengang Technomathematik
 an der Technischen Universität Clausthal,
 Fachbereich Mathematik und Informatik.

Vom 31. März 2004

 

Studienordnung für den Diplomstudiengang Technomathematik an der Technischen Universität Clausthal, in der Fassung des Beschlusses des Fachbereichs Mathematik und Informatik vom 26. Oktober 2004 (Mitt. TUC 2005, Seite 139)

 

 

I.   Allgemeines

 

§ 1

Ziel des Studiums

Die Mathematik hat bei der Erforschung und Anwendung der Naturgesetze seit jeher eine fundamentale Rolle gespielt: Mathematische Modelle erfassen und beschreiben naturwissenschaftliche und in zunehmenden Masse auch betriebliche Prozesse.
Die gewaltige Steigerung der Leistungsfähigkeit der Rechenanlagen hat der Mathematik ungeahnte neue Anwendungsmöglichkeiten erschlossen. In den Ingenieurwissenschaften können heute komplexe Modelle, deren mathematische Behandlung früher als unmöglich galt, mit numerischen Methoden auf Rechenanlagen in wenigen Sekunden bearbeitet werden. Das Experiment wird in immer stärkerem Maße durch rechnerische Simulation ersetzt.
Aus diesen Gründen besteht ein großer Bedarf an Mathematikerinnen und Mathematikern (
Im Folgenden wird zur Vereinfachung nur noch jeweils die männliche Form verwendet. Alles Weitere gilt als entsprechend auch in weiblicher Form) die mathematische Methoden und Kenntnisse zur Lösung technischer Probleme einsetzen können. Der Erwerb dieser Fähigkeit ist das Ziel der wissenschaftlichen Ausbildung des Technomathematikers. Er soll in der Lage sein, in enger Zusammenarbeit mit Ingenieuren technische Probleme in mathematische zu übersetzen, diese mit adäquaten mathematischen Mitteln unter Einsatz von Rechenanlagen zu lösen und anschließend die gefundenen mathematischen Ergebnisse technisch zu interpretieren.
Hieraus ergibt sich der Inhalt des Diplomstudienganges Technomathematik: In Reiner und Angewandter Mathematik soll der Student fundierte Kenntnisse, die auf Teilgebieten bis an die aktuelle Forschung heranführen, erwerben. Im Anwendungsfach Technik soll er konkrete Anwendungen der Mathematik kennen lernen und dabei mit der Denkweise der Ingenieurwissenschaften vertraut werden. Die Ausbildung in Informatik soll den Studenten befähigen, den Computer als leistungsfähiges Werkzeug zu nutzen und vorhandene Software effizient einzusetzen.

 

 § 2
Studienvoraussetzungen
und Fremdsprachenkenntnisse

 

Die formalen Zugangsberechtigungen regelt § 18 des Niedersächsischen Hochschulgesetzes. Für ein erfolgreiches Studium sind Kenntnisse der englischen Sprache erforderlich.

 

 

§ 3
Studienbeginn und Studiendauer

 

Studienordnung und Studienplan sind so aufgebaut, dass das Studium in einem Wintersemester beginnt.

Die Regelstudienzeit beträgt einschließlich der Diplomprüfung neun Semester.

 

 

§ 4
Gliederung des Studiums

 

Der Diplomstudiengang Technomathematik gliedert sich in ein

- Grundstudium (1. bis 4. Semester), das mit der Diplomvorprüfung endet, und ein
- Hauptstudium (5. bis 9. Semester), das mit der Diplomprüfung endet.

 

§ 5
Modellstudienplan und Studienberatung

Der im Anhang (Anlage 1) aufgeführte Modellstudienplan zeigt eine Möglichkeit auf, wie der Diplomstudiengang Technomathematik sachgerecht und in der vorgesehenen Zeit durchgeführt werden kann.

Für einen erfolgreichen Abschluss des Studiums genügt es in der Regel nicht, die in der Studienordnung bzw. im Studienplan genannten Lehrveranstaltungen zu besuchen: Die Inhalte der Lehrveranstaltungen müssen in selbständiger Arbeit vertieft und durch Literaturstudien ergänzt werden.

Für den Studiengang Technomathematik ist eine Studienberatung durch den Fachbereich vorgesehen. Es wird empfohlen, die Fachberatung in folgenden Fällen in Anspruch zu nehmen:

- bei Beginn des Studiums in einem Sommersemester,
- vor der Wahl des Fachgebietes im Anwendungsfach Technik,
- vor der Wahl von Studienschwerpunkten,
- nach nicht bestandenen Prüfungen,
- bei Studienfach-, Studiengang- oder Hochschulwechsel.

Die allgemeine Studienberatung der Hochschule sollte in folgenden Fällen in Anspruch genommen werden:

- vor Beginn des Studiums,
- vor einem Studium im Ausland.

 

 

II.     Grundstudium (1. bis 4. Semester)

 

§ 6
Lehrveranstaltungen im Grundstudium

Das Grundstudium besteht aus Pflichtlehrveranstaltungen und Wahlpflichtveranstaltungen. Die Lehrveranstaltungen verteilen sich stundenmäßig in Semesterwochenstunden (SWS) gemäß folgender Tabelle auf die einzelnen Gebiete. Dabei ist ein Gesamtumfang von ca. 45 SWS für Mathematik, von ca. 23 SWS für Informatik und ca. 17 SWS für das Anwendungsfach Technik vorgesehen.

 

 

Grundstudium Technomathematik

 

 

Vorlesung

SWS

Übung

SWS

Praktikum

SWS

Summe

SWS

Mathematik

Lineare Algebra und
Diskrete Strukturen
I – III

9

4

-

13

Analysis I – III

12

6

-

18

Numerik I

4

2

-

6

Stochastik I

4

2

-

6

Seminar

-

2

-

2

Summe: 45 SWS

Informatik

Informatik I – IV

14

6

-

20

Programmierkurs I

-

3

-

3

Summe: 23 SWS

Anwendungs-

fach

Technik

Technische Mechanik I, II

6

4

-

10

Strömungsmechanik I

2

1

-

3

Grundl. der E.-technik I

2

1

-

3

Praktikum z. E.-technik I

-

-

1

1

Summe: 17 SWS

 

85

*) Die Vorlesungen "Experimentalphysik I" mit 5 SWS und "Technische Thermodynamik I" mit 3 SWS bilden eine sinnvolle Ergänzung dieses Planes als Wahllehrveranstaltungen.

Der Anhang (Anlage 1) enthält einen Modellstudienplan.

  

§ 7
Diplomvorprüfung

Durch die Diplomvorprüfung soll der Student nachweisen, dass er sich die allgemeinen Fachgrundlagen angeeignet hat, die erforderlich sind, um das weitere Studium mit Erfolg zu betreiben. Die Diplomvorprüfung besteht aus fünf (in der Regel mündlichen) Fachprüfungen in folgenden Prüfungsfächern:

1. Lineare Algebra und Diskrete Strukturen

            2. Analysis,

            3. Numerik,

            4. Informatik,

            5. Anwendungsfach Technik (Technische Mechanik).

 Alle Bestimmungen über diese Prüfung sind der Diplomprüfungsordnung Technomathematik zu entnehmen.

 

 

III. Hauptstudium (5. bis 9. Semester)

 

§ 8
Lehrveranstaltungen im Hauptstudium

Während des Hauptstudiums vertieft der Student seine im Grundstudium gewonnenen Kenntnisse; er wird dabei bis an aktuelle Forschungsfragen herangeführt. Im Hauptstudium sind Lehrveranstaltungen vorgesehen, deren Gesamtstundenzahl sich gemäß folgender Tabelle auf die einzelnen Fächer verteilt.

 

 

Vorlesung
und Übungen
SWS

Hauptseminar
SWS

Praktikum
SWS

Summe SWS

Mathematik

ca. 42

2

6

ca. 50

Informatik

ca. 12

-

-

ca. 12

Anwendungsfach Technik

ca. 16

-

-

ca. 16

Summe ca. 78 

Die Lehrveranstaltungen, die zur Mathematik, bzw. Informatik, bzw. Anwendungsfach Technik gehören, finden sich im Anhang (Anlage 2, bzw. Anlage 3, bzw. Anlage 4). Der Anhang (Anlage 1) enthält einen Modellstudienplan.


 

  

§ 9
Wahlveranstaltungen

 

Für die berufliche Tätigkeit können auch Kenntnisse nützlich sein, die über das Fachstudium hinausgehen. Es wird den Studierenden empfohlen, dafür das breite Angebot der Hochschule in Eigeninitiative zu nutzen.
Insbesondere wird die Teilnahme an Exkursionen zu Industriebetrieben bzw. Großforschungseinrichtungen dringend empfohlen.

 

§ 10
Diplomprüfung

Die Diplomprüfung bildet den Abschluss des Diplomstudienganges Technomathematik.
Sie besteht aus der Diplomarbeit sowie aus vier mündlichen Fachprüfungen in folgenden Prüfungsfächern:

1. Reine Mathematik,

2. Angewandte Mathematik,

3. Informatik,

4. Anwendungsfach Technik.

 

Alle Bestimmungen über diese Prüfung sind der Diplomprüfungsordnung Technomathematik zu entnehmen.

 

 

IV. Schlussbestimmungen

 

§ 11
Inkrafttreten

Diese Studienordnung tritt am Tage ihrer hochschulöffentlichen Bekanntgabe in Kraft.

 

 

 

Anlage 1

 

 

 Diplomstudiengang Technomathematik

Technomathematik
Modellstudienplan (Grundstudium)

 

1. Semester  WS

2. Semester SS

3. Semester WS

4. Semester SS

Mathematik

Lineare Algebra und
Diskrete Strukturen I
4V, 2Ü

Lineare Algebra und
Diskrete Strukturen II
3V, 1Ü

Lineare Algebra und
Diskrete Strukturen III
2V, 1Ü

Numerik I



4V, 2Ü

Analysis I
4V, 2Ü

Analysis II
4V, 2Ü

Analysis III
4V, 2Ü

Seminar
2S

 

 

Stochastik I


4V, 2Ü

Stochastik II1)
3V, 1Ü

Informatik

Informatik I
4V, 2Ü

Informatik II
4V, 2Ü

Informatik III
3V, 1Ü

Informatik IV
3V, 1Ü

Programmierkurs I
3V/Ü

 

 

 

Anwendungsfach
Technik

Grundlagen der
Elektrotechnik I
+ Praktikum
2V, 1Ü, 1P

Technische
Mechanik I

3V, 2Ü

Technische
Mechanik II

3V, 2Ü

Strömungs-
mechanik I

2V, 1Ü

Summe

14V, 10Ü, 1P

14V, 7Ü

16V, 8Ü

9V, 4Ü, 2S

1)Diese Veranstaltung zählt prüfungs- und stundenmäßig zum Hauptstudium


 

 

Modellstudienplan (Hauptstudium)

 

5. Semester WS

6. Semester SS

7. Semester WS

8. Semester SS

Mathe-

matik
(Anlage 2)

Numerik II

4V, 2Ü

Angewandte 
Mathematik
3V, 1Ü

Angewandte 
Mathematik
3V, 1Ü

Angewandte
Mathematik
4V, 2 Ü

Reine Mathematik
4V, 2Ü

Reine Mathematik
3V, 1Ü

Reine

Mathematik
3V, 1Ü

Angew.

Mathematik
3V, 1Ü

 

Praktikum oder
Studienarbeit
4P

Hauptseminar

2S

 

Informatik
(Anlage 3)

Wahlpflichtfach
3V, 1Ü

Wahlpflichtfach
3V, 1Ü

Wahlpflicht
3V, 1Ü

 

Technik
(Anlage 4)

Wahlpflicht
3V, 1Ü

Wahlpflicht
3V, 1Ü

Wahlpflicht
3V, 1Ü

Wahlpflicht
3V, 1Ü

 Das neunte Semester ist Prüfungssemester.

 

Zeichenerklärung:
WS Wintersemester, SS Sommersemester
V Vorlesung, Ü Übung, P Praktikum
4V, 2Ü bedeutet 4 SWS Vorlesungen und 2 SWS Übungen

 

 

 

 

 

 

Anlage 2

Diplomstudiengang Technomathematik

 

Lehrveranstaltungen in Mathematik

 

Grundstudium

Pflichtveranstaltungen 

Analysis I bis III                                             12V,                           6Ü
Lineare Algebra und
Diskrete Strukturen I bis III                           9V,                             4Ü
Numerik I                                                       4V,                             2Ü
Stochastik I                                                   4V,                             2Ü
Seminar                                                                                           2Ü

 

Hauptstudium

Pflichtveranstaltungen

Numerik II                                                       4V,                             2Ü
Stochastik II                                                   3V,                             1Ü
Hauptseminar                                                                                  2Ü
Praktikum oder Projekt
oder Studienarbeit                                                                          4P

 

Wahlpflichtveranstaltungen

Lehrveranstaltungen aus den Gebieten:

Grundlagen der Mathematik, Algebra

Geometrie

Zahlentheorie

Topologie

Diskrete Mathematik

Reelle und Komplexe Analysis

Funktionalanalysis

Operatortheorie

Optimierung

Stochastik

Numerische Mathematik


 

 

 

Anlage 3

 

Diplomstudiengang Technomathematik

 

Lehrveranstaltungen in Informatik

Grundstudium

Pflichtveranstaltungen

Informatik I – IV                                            14V,                           6Ü
Programmierkurs I                                                                          3V/Ü

 

Hauptstudium

Wahlpflichtveranstaltungen zu den folgenden beispielhaft genannten Gebieten:

Theoretische Informatik

Automaten und Sprachtheorie

Informations- und Codierungstheorie,

Komplexitätstheorie

Logik-Programmierung

Petri-Netze

 

Praktische/Angewandte Informatik

Betriebssysteme
Datenbanken
Parallelrechner
Wissensverarbeitung
Multimedia-Systeme
Bildverarbeitung
Information-Engineering/Management

 

Technische Informatik

Rechnertechnologie
Rechnernetze
Mikrorechner
Speichertechnologie
Silicon Compiling
Roboteranwendungen
Fuzzy-Logik
Modellierung und Simulation dynamischer Systeme
Silicon Compiling, Speichertechnologie
Modellierung und Simulation dynamischer Systeme.


 

 

Anlage 4

 

Diplomstudiengang Technomathematik

 

Lehrveranstaltungen im Anwendungsfach Technik

 

Grundstudium

Technische Mechanik I und II

6V

Grundlagen der Elektrotechnik

2V

Strömungsmechanik I 

2V

Praktikum zur Elektrotechnik I

 

1P

Experimentalphysik I

4V

Technische Thermodynamik I

2V

 

Hauptstudium

Es bestehen folgende Wahlmöglichkeiten:

 

a) Technische Mechanik

Technische Mechanik III

3V,

Wahl einer der nachstehenden Vertiefungsrichtungen

 

Strömungsmechanik

- Strömungsmechanik II
- Strömungsmesstechnik
- Ausgewählte Gebiete der Strömungsmechanik

Fertigkeitslehre

- Kontinuumsmechanik I

- Höhere Technische Festigkeitslehre I und II

- Ausgewählte Gebiete der Festigkeitslehre

 

Schwingungslehre

- Technische Schwingungslehre
- Maschinendynamik
- Nichtlineare Schwingungen
- Schwingungen der Kontinua

 _______________________
*Wahllehrveranstaltung, kein Prüfungsstoff

 

 

 

b) Maschinenbau

 

Kraft- und Arbeitsmaschinen

3V

 Betriebs- und Systemverhalten von Maschinenanlagen

2V

 

 

Wahl einer der nachfolgenden Vertiefungsrichtungen

 

Konstruktion und Gestaltung

- Konstruktionslehre
- Rechnergestütztes Konstruieren
- Betriebsfestigkeitslehre

Antriebstechnik

- Mechanische Antriebstechnik
- Hydraulische und pneumatische Antriebstechnik
- Elektrische Antriebe
- Regelungstechnik I

 

Fertigungsanlagentechnik

- Materialflusstechnik
- Digitaltechnik und Maschinensteuerung
- Regelungstechnik I
- Prozessdatenverarbeitung

 

c) Verfahrenstechnik

-Technische Thermodynamik

2V

- Grundlagen der mechanischen Verfahrenstechnik

2V

- Chemische Reaktionstechnik I

2V

 

Wahl einer der nachstehenden Vertiefungsrichtungen

 

Mechanische Verfahrenstechnik

-   Mehrphasenströmungen II
- Mechanische Trennverfahren und II
- Partikelmesstechnik

 

Thermische Verfahrenstechnik

- Thermische Trennverfahren
- Mehrphasenströmungen I
- Prozesstechnik

 

Reaktionstechnik

- Chemische Reaktionstechnik II (Reaktorauslegung)
- Gas-Flüssigreaktionen
- Gas-Feststoffreaktionen
- Versuchsplanung

 

Wärmetechnik

- Technische Thermodynamik II
- Strömungsmechanik II
- Grundlagen des Wärme- und Stofftransportes
- Verfahren zur Energieerzeugung
- Berechnung und Projektierung von Industrieöfen

 

d) Systemtechnik

- Regelungstechnik I und II

4V

- Digitale Regelungssysteme

1V

- Identifizierung u. Optimierung technischer Prozesse

2V

 

Vertiefung

 

- Technische Thermodynamik I
- Messtechnik II (Optoelektronik, Fourieroptik,
  Holografie)
- Signalübertragung
- Digitaltechnik und Maschinensteuerungen
- Prozessdatenverarbeitung
- Mustererkennung
- Ausgewählte Kapitel der Regelungstechnik
- Optimalfilter
- Regelung elektrischer Antriebe
- Energieelek

 

e) Elektrotechnik

 

- Grundlagen der Elektrotechnik II

2V

- Elektrische Antriebe

2V

- Theorie der Wechselströme I und II

4V

- Praktikum zur Elektrotechnik II

 

2P

 

Vertiefung

- Regelung elektrischer Antriebe
- Theorie der elektromagnetischen Felder

 
 

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Letzte Änderung 13. Juli 2005  - Dez.5 - I. Neuse